Auf Wiedersehen 2007, Willkommen 2008!

Heute ist mal wieder Silvester. Eine Woche nach Weihnachten ist das bisher eigentlich immer so gewesen. Das laufende Jahr geht zu Ende. Ein schönes Jahr, wie ich finde. Ich bin nach Berlin gezogen und habe das Leben und die Kultur in der Stadt wirklich genossen. Dabei waren Roger Cicero im Admiralspalast, die Zauberflöte in der Waldbühne, “Das Leben ist Ernst” und “Die Perser” im Deutschen Theater, Justin Timberlake (Danke Yvonne noch einmal für die Karten), die Potsdamer Schlössernacht, der Gerome Robbins Ballettabend in der Staatsoper und so weiter.
Dazu kamen noch meinen absoluten Highlights – “Die Leiden des jungen Werther” und “Heaven”, beides im Maxim Gorki Theater. Der Biberpelz auf selbiger Bühne war nicht so mein Ding. Weiterhin noch Kuttner in der Volksbühne, die Surfpoeten und viele kleine und alternative Veranstaltungen.
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… wenn man eine Reise macht …

Guten Morgen! Es ist 09:46 und ich sitze im ICE von Berlin nach Nürnberg. Irgendetwas zwischen 4 und 5 Stunden wird die Fahrt wohl dauern. Derzeit warten wir auf irgendeinen schriftlichen Befehl, um in “Jena Paradies” einfahren zu dürfen. Warum wir dafür so einen Schrieb brauchen und warum der Halt in Jena auf den Namen “Paradies” hört – wer weiß das schon.

Start war 07:53 Uhr in Berlin in meinem geliebten Hauptbahnhof! Es ist wirklich schön, aber vor 08:00 Uhr ist da noch nicht viel los. Daher stieg ich ohne Frühstück ein. Kaum saß ich an meinem reservierten Platz mit Tisch packte auf selbigen schon ein treckendes Pärchen ihre “Brotzeit” aus. Frische Brötchen und dazu ein frische Dose vegetarischen Ökoaufstrichs. Die Geruchsentwicklung war bemerkenswert. Gegenüber war es ein Rentnerpaar, welches ebenfalls die geschmierten Brote aus der sorgfältig gefalteten Alufolie blätterten. Noch eine interessante Duftkombination aus reifem Käse und Leberwurst. Sind sich die Menschen eigentlich bewusst, was sie ihren Mitreisenden damit antun?
Nur als Exkurs: noch schlimmer ist es im Intercity. Dort sind Frikadellen und Würstchen mit Senf an der Tagesordnung. Das ist noch viel schlimmer. Ein Grund warum ich, wenn immer möglich, einen IC meide. Continue reading

WLAN oder nicht WLAN, …

… ist das noch eine Frage?

Wenn ich sonntags Frühstücken gehe und Freunde und Bekannte noch nicht das Tageslicht erblickt haben, besuche ich gern eine Bar namens “Strandbad Mitte”. Dort gibt es guten Kaffee, einen leckeren Fruchtsalat, freundliche Bedienung, fast keine Touristen und WLAN. Ja genau, ich kann dort mit meinem Rechner ins Internet und z.B. meine Artikel gleich ins Netz stellen. Ein Service, der die Lokalität vielleicht 20 Euro im Monat kostet, aber nur dann, wenn sie nicht schon eine Internet-Flatrate haben und diese noch zu ihrem Telefonanschluss hinzu buchen müssen. Eine Summe, welche mit 5-10 Getränken wieder eingespielt ist.

Starbucks macht es, die Raddisson SAS Hotels haben es, die Deutsche Bahn macht es in Ihren Lobbys und andere Ketten kommen auch nach und nach auf die Idee – ja genau, einen Internetzugang anzubieten.
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Verletzt, nicht hässlich!

Viele Dinge im Leben sind eine Frage der Perspektive. Der Klassiker ist die Frage, ob ein Glas nun halb voll oder aber halb leer sei. Doch selbst wenn einem dieses Prinzip vertraut ist und man sich auf die Seite der “Halb voll”-Sager geschlagen hat, so gibt es immer wieder Situationen, in denen man nicht merkt, dass man soeben die Seiten gewechselt hat.

Eine Freundin hatte vor ein paar Tagen eine unschöne aber notwendige Begegnung mit ihrem Zahnarzt. Auf die Frage, ob wir zur Linderung der Schmerzen nicht ein Eis essen gehen wollten, lautete die erste spontane Antwort “Gern, ich habe auch schon darüber nachgedacht, aber lieber nicht!”. Als Grund gab sie ihr geschwollenes Gesicht an.

Es soll jetzt gar nicht um sie als Person gehen. Vielmehr möchte ich diese Situation als Anlass für ein paar Überlegungen nutzen. Die Tatsache, dass man sich nach einer Operation nicht in die Öffentlichkeit wagt, ist schon etwas Besonderes. Niemand, der nach einem Skiunfall mit Gips herumkrückt (sich mit Gehhilfen fortbewegt), hat sich wohl je Gedanken darüber gemacht. Warum also meine Freundin nach Ihrer Zahn-OP? Ich denke es liegt daran, dass wir uns mit unserem Gesicht identifizieren. Wir sind das, was wir im Spiegel sehen. Wenn wir aber eine Platzwunde haben, einen Insektenstich oder eine dicke Wange nach einer Operation, so bleiben wir doch wer wir sind, nicht wahr?

Nach der Antwort meiner Freundin, kein Eis mit mir genießen zu wollen, erwiderte ich ihr, dass sie eine Verletzung habe und nicht hässlich sei. Sie dachte für einen Augenblick darüber nach und stimmte mir zu. “Interessante Sichtweise”, kommentierte sie und willigte ein, mit einem Eis den tristen, post-operativen Suppenalltag zu durchbrechen.

Fazit: Wie können wir von unseren Mitmenschen erwarten, nicht oberflächlich nach Aussehen und erster Erscheinung zu urteilen, wenn wir uns selbst genau danach bewerten, um zu entscheiden, ob wir das Haus verlassen oder aber nicht? Nur Mut, das Leben ist viel zu kurz, um schöne Momente zu verpassen.

In diesem Sinne alles Gute!

Ihr Björn Woltermann