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Ein Lächeln zum Geschenk

In diesen Tagen ist es kalt und entweder verregnet oder verschneit. Die Menschen sind mit ihren Autos vielleicht gerade irgendwo im Verkehr stecken geblieben und zu spät gekommen oder aber haben ihr Ziel etwas nasser als sonst erreicht.

Nun gut – das Wetter können wir nicht ändern (nehmen wir den selbstgemachten Klimawandel einmal außen vor). Sollten wir einmal zu spät kommen und dies auf höhere Gewalt zurückzuführen zu sein, so können wir es auch nicht ändern.

Wie also nun mit derartigen Widrigkeiten umgehen?

Mein Tipp: Ertragen Sie es mit Gelassenheit! Ärgern macht die Situation nicht besser und hilft Ihnen schon gar nicht! Ärgern macht nur Falten und hilft der Kosmetikindustrie. War das Ihr Ziel, als sie sich das letzte Mal über das schlechte Wetter oder einen Stau aufgeregt haben?

Wie schon in meinem Artikel “Smile, it’s raining!” kann ich Ihnen nur eines raten: Genießen Sie den Moment! Er hat wunderschöne Aspekte, die Sie im Ärger vielleicht übersehen würden.
Ja, es schneit gerade und ist kalt, aber hören Sie einmal wie wunderbar der frische Schnee unter den Schuhen knirscht! :-) Oder aber es regnet – ja, man kann den Regen riechen, hmmm, und die Luft ist dann immer so wunderbar sauber!

Gestern bin ich am Hackeschen Markt entlang nach Hause gegangen, hatte gute Laune und mir diese auch nicht vom Nieselregen verderben lassen. Ich lächelte und schaute den Menschen, die mir entgegenkamen auch in die Augen. Viele Menschen schauen auf den Boden oder meiden Blickkontakte, wenn sie durch die Straßen gehen. Wie schade!

Ich schaute also meinen Mitmenschen in die Augen, nicht aufdringlich, aber mit meiner fröhlichen Gelassenheit. Und siehe da – einige wachten auf aus ihrem Trott, irgendetwas auf dem Boden zu suchen und auch ihre Gesichter wurden von einem Lächeln gekrönt. Ein wirklich schönes Gefühl einem unbekannten Mitmenschen ein Lächeln geschenkt zu haben!

Möchten Sie es auch einmal versuchen? Vielleicht finden ja auch Sie gefallen daran!

Ihr Björn Woltermann

Offline Überleben in der Online-Welt

Vor einigen Jahren nahm ich an einer Podiumsdiskussion zum Thema Märkte und Marktplätze teil. Titel der Veranstaltung war grob “Ist Ebay das Ende des Einzelhandels?”

Mit dabei waren Vertreter der Handelskammern, von Politik, Wirtschaft und Forschung sowie ein Mitarbeiter von Ebay. Dieser wurde mächtig angefeindet. Es ist ja auch so schön einfach, wenn man jemanden für die eigenen, nicht gemachten Hausaufgaben verantwortlich machen kann. In diesem Falle also der Vertreter von Eay, der dafür herhalten musste, dass weiter Teile der klassischen Einizelhandelskonzepte nicht mit der Zeit gegangen waren und ihnen nun die Kunden weglaufen.

Als follow-up zu meinem Artikel Amazon, Google and the Weather, in dem es um strategische Anpassungen an globale Rahmenbedingungen geht, möchte ich von einem wunderbaren Beispiel berichten. Im Zuge dessen ist mir obige Einleitung eingefallen.

Zurück zu dem Ebay Beispiel; Ich brachte damals das Thema auf, dass Ebay nicht nur Existenzen vernichtet oder gefährdet habe, sondern auch neue schaffe. So zum Beispiel die damals zahlreichen Ebay Shops mit absolut spitzen dafür aber tiefen angeboten. So zum Beispiel hochwertige Schutzfolien für PDAs und andere Touchscreen-Geräte. Ein Produkt, welches ich überall vergebens suchte. Oder aber Ersatzakkus für Digicam und co. Beim Hersteller kosten diese ein Vermögen, die Nachbauten, oftmals sogar leistungsstärker, hingegen deutlich weniger.

Wer aber waren diese Shopbetreiber? Das interessierte mich damals sehr und so schaute ich mir die Adressen der Versender einmal genauer an. Siehe da, fast alle kamen sie aus strukturschwachen Gegenden mit wenig Industrie und Dienstleistungsgewerbe. Dünn besiedelte Landstriche in den neuen Bundesländern, der Eifel oder der Röhn. Hier hatten findige Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und sich so eine neue Existenz geschaffen. Bravo! Sie alle haben damals eine Chance erkannt und genutzt!

Diese Argumentation passte nun gar nicht in das Konzept der Mehrheit der Runde und so wurde es schnell wieder bei Seite gelegt. Mittlerweile muss man fast schon wieder fragen:”Was ist Ebay?” Wann waren sie das letzte mal auf der Seite? Ich habe mich ertappt, dass ich wirklich lange nicht mehr dort war. Vor ein paar Jahren war dies noch anders. Dazu habe ich eine Theorie, doch die besprechen wir ein andermal.

Nun zu meinem Erlebnis vor einer Woche. Für eine Fernreise brauchte ich einen zweiten großen Reisekoffer. Nachdem ich vor ein paar Jahren meinen alten Koffer entsorgen musste und er mich auf endlosen Kilometern auf den Flughäfen und Bahnhöfen dieser Welt genervt hat war Zeit für eine neue Epoche. Die Zeit nach meinem ersten “Rimowa” Koffer. Ich weiß, es klingt sehr pathetisch, aber reisen ist seit dem ein deutlich entspannteres Erlebnis. Es war ein Modell mit 4 Rollen, welches auch mit Notebooktasche und Mantel wie von Geisterhand neben mit eintlangfährt. Ein treuer Begleiter, der nicht bei den ersten Anzeichen platzt, den Geist aufgibt oder eine Rolle verliert. Verschwitzt irgendwo anzukommen, nur weil man den Koffer doch tragen musste ist bei Geschäftsterminen nun wirklich kein Spaß.

Nun also musste nach meinem Ersten und einem passenden Bordcase ein dritter her. Die ersten beiden hatte ich mir aufgrund der besseren Auswahl (das Modell, welches ich jeweils haben wollte, war die Im Laden vorrätig) im Internet bei einem großen, auf Koffer spezialisierten Versender bestellt. Große Auswahl, schnelle Lieferung, 6% Rabatt ab einer gewissen Summe und noch einmal 5% bei Vorkasse. Dazu noch portofrei – alles in Allem eine Runde Sache.

Doch nun musste es schnell gehen, ich war mir nicht sicher, welches Modell es werden sollte und anfassen und sich beraten lassen ist auch in der schönen, bunten Online-Welt nicht zu ersetzen. So suchte ich mir einen der großen “Rimowa” Händler in Berlin und fuhr hin. Erster Eindruck: Super nettes Personal, hands-on Mentalität, “wir reparieren auch alles”, Stammkunden in einer Schlange und das knappste Gut war die Kasse. WOW! Das nenne ich mal ein Luxusproblem!

Das volle Sortiment der großen Hersteller war vertreten in jeder Farbe und Variante. So ließ ich mich beraten und landete bei einem anderen Modell, als ich es mir im Internet bestellt hätte. Ich war darauf eingestellt, an der Kasse ein wenig handeln zu müssen, denn schließlich gibt es im Netz 11%. Doch dazu kam es gar nicht. 10% auf den gesamten Einkauf wurden mir bei EC-Karten oder Barzahlung angeboten. Das nenne ich mal zuvorkommendes Verhalten.

Hier hat ein Unternehmer und Einzelhändler die Zeichen der Zeit erkannt. Er bietet Service, Beratung und Preise, die mit denen “da draußen” mithalten können. Was hilft es denn auch, wenn die Kunden sich schlau machen und dann im Netz kaufen. Die Zeit für Beratung haben die Mitarbeiter schon investiert, der Teppich ist ein wenig mehr abgenutzt und die Türscharniere eine Öffnung näher an ihrem Ende. Nun besteht die Wahl zwischen “kein Umsatz” und “UvP minus 10%”. Das letztere die bessere Wahl ist, versteht sich hier von selbst.

Noch mehr kommt dem Ladengeschäft zu Gute, dass sie auch Reparaturserviceleistungen bieten inklusive Abrechnung mit der jeweiligen Fluggesellschaft und einem so noch viel Papierkrieg abnehmen. Unbezahlbar! Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass dieses Geschäft Gefahr läuft, auch nur einen Kunden an die Wettbewerber aus dem Internet zu verlieren. Ich zumindest bin ein Fan geworden und erzähle Freunden und Kollegen davon. Ob ich dem Geschäft vielleicht Ärger machen könnte, wenn ich Ross und Reiter im Netz nenne, weiß ich nicht. Daher lasse ich das einmal. Wenn Sie in Berlin aber einen Rimowa Koffer kaufen möchten, kommen Sie an diesem kleinen Fachgeschäft mit ich glaube zwei Filialen nicht vorbei.

Hier haben wir also ein sehr passendes Fallbeispiel für eine Nischenanpassung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld.

Weiter so!

Deutschland einig Vaterland

Gestern hat Deutschland den 18. Jahrestag seiner Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 gefeiert. Diesmal fand der offizielle Festakt in Hamburg statt, welcher nach einem damals festgelegten Schlüssel (nach Vorsitz im Bundesrat) von Land zu Land wandert.

Es war ein schöner Tag, ein dem Anlass gebürender. So wollte ich zum Deutschen Historischen Museum gehen und schauen, ob es dort nicht noch das eine oder andere neue zum Thema zu entdecken gäbe. Uns siehe da – die Ausstellung “Im Namen der Freiheit” kannte ich noch nicht. Zur Feier des Tages war der Eintritt sogar frei und ich brauchte meine Jahreskarte gar nicht.

Deutsches Historisches Museum
Zuerst dachte ich, dass das dann bestimmt voll sein werde, aber dies war im Nachhinein betrachtet leider nicht der Fall. Ich hätte mir schon gewünscht, dass sich mehr Mitbürger diese interessante Ausstellung zur Geschichte unserer Verfassung angesehen hätten. Vielleicht war es auch nicht bekannt. Dennoch war das Publikum erfreulich gemischt.

Die Exponate sind nach den jeweiligen verfassungsgebenden Anläufen des deutschen Volkes gruppiert. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber diese Flagge der Aufständischen von 1848 fand ich besonders beeindruckend. Sie zeigt schon die Farben Schwarz Rot Gold und ihre Aufschrift “freiheit oder Tod” spiegelt die Entschlossenheit wieder, mit der die Freiheitskämpfer damals gekämpft haben. Demnach ist das Leben ohne Freiheit nichts wert!

Freiheit oder Tod
Die Ausstellung lohnt sich für jeden, der sich für unseren Staat und die Geschichte unserer Freiheiten interessiert. Freiheiten, die wir heute nur allzu selbstverständlich hinnehmen. Freiheiten, die auch in Zukunft nicht selbstverständlich sein werden, denn der gefühlte Bedrohungsdruck durch Terror oder andere Erscheinungen führen immer wieder zu Versuchen, die bestehenden Rechte und Freiheiten der Bürger einzuschränken. Auch diesen Aspekt der zukünftigen Verfassungsentwicklung behandelt die Ausstellung auf sehenswerte Art und Weise.

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Reisebericht Ibiza 2008 – Teil 1

Nachdem ich vor 10 Jahren das erste Mal und vor 9 das letze Mal auf Ibiza war, fliege ich nun erstmals wieder hin. Witzigerweise mit dem selben Bekannten, der mich auch schon vor 10 Jahren begleitet hat. Anfang des Jahres kam ich auf die Idee, den Sommer mit einer Woche auf dieser wirklich schönen Insel entspannt tanzen zu beenden, bevor es in die kalte Jahreszeit geht. Er erfuhr davon und so bin ich mal gespannt, was die Woche so bringen wird.

So sitze ich nun am Flughafen Tegel und warte auf meine Maschine. Air Berlin Flug AB 1550 geplant für 16:25 Uhr hat Verspätung. Nicht ein wenig, sondern gleich mal mehr als 4 Stunden! Das ist schon sportlich. Wäre ich nicht im “Urlaubsmodus”, könnte ich mich darüber ärgern – tue ich aber nicht! Was sollte das auch bringen. Würde es etwas ändern? Nein! Warum dann also ärgern? Das tun schon 20 andere Fluggäste um mich herum. :-)

Statt dessen trinke ich nun einen nicht ganz so aromatischen Latte Macchiato und einen frischen O-Saft, den ich kurzum mit einer Tüte Zucker nachgesüßt habe. Das Wort “sauer” wurde gerade neu definiert! :-) So kann man in allem etwas Gutes und Positives sehen. Wäre meine Maschine pünktlich gewesen, hätte ich nie das Marché im Air Berlin Terminal C kennen gelernt. Ich hätts’ aber auch nicht vermißt.

Draußen frischt nach einem schönen und sonnigen Tag der Wind auf, ganz als ob er mir sagen wollte, dass ich jetzt besser in den Süden flöge, falls mir die Laune noch nach Sommer stünde. :-) Ja ja, der deutsche Konjunktiv kann sooooo schön sein.

Bis bald! Fortsetzung folgt …

Mein Mitte, mein Berlin

Es ist Sonntag, später Mittag oder früher Nachmittag, wie man es nimmt. Ich sitze wie so oft um diese Zeit in meinem Lieblingskaffee “Strandbad Mitte” und Frühstücke. Es mag dafür zeitlich vielleicht für durchschnittsdeutsche Verhältnisse zu spät sein, aber ich esse eben lieber mein “Kleines Frühstück Halb und Halb” als etwas schweres Warmes am Mittag.

Draußen steht ein Mann mit Gitarre, er könnte Adrian Brody’s Bruder sein, die Ärmel seines blauen Hamdes hoch gekrempelt, mit Lederhalskette und hat einfach Spaß. Es singt nichts Bekanntes, dafür aber authentisch Klingendes. Seine Stimme ist etwas dünn, aber sehr angenehm.

Das Wetter ist angenehm warm, zwar bewölkt aber gerade bahnt sich die Sonne einen Weg durch den Hochnebel. Ich lese die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit mehr oder weniger angenehmen Themen, dafür aber in einem angenehm unreißerischen Ton. Putin jagd angeblich Tiger zu wissenschaftliuchen zwecken mit betäubungsgewehren und rettet ganz nebenbei Wanderer vor der Bestie. Wers glaubt, Ippon für den großen Helden.

Dann stoße ich auf einen Bericht über ein wahrlich gigantisches Filmprojekt. Diesen Freitag, am 5. September haben 80 Kamerateams 24 Stunden lang Berliner Alltagsszenen eingefangen. Unser Kultursenator rief alle Bürger auf, sich herauszuputzen und aufzubrezeln, was in erbärmlicher Weise zeigt, wie wenig er den Sinn dieses wohlmöglich epochalen Werkes verstanden hat. Glücklicherweise sind sich die Berliner dem Aufruf nicht gefolgt. Gut gemacht!

Ich trinke meinen zweiten Latte und freue mich einmal wieder, in dieser grandiosen Stadt zu wohnen. Einer Stadt, die sich ihr wirklich eigenes Lebensgefühl kultiviert hat. Da braucht es auch keine Kampagne wie “Sei Berlin”, wir Berliner, ob nun eingeboren oder zugezogen, wir alle sind Berlin.

Nun werd ich mich mal wieder auf den Weg machen.

Grüße an alle die mich kennen! Kommt mich doch bald mal wieder besuchen, ihr seid wie immer herzlich eingeladen.

Euer Björn

Botox to go

Wie wäre es heute morgen denn einmal mit einer kleinen Schönheits OP auf dem Weg zur Arbeit? Statt Kaffee oder Latte Macchiato einfach ein paar Fältchen wegspritzen lassen.

Ist das die neue, schöne Welt? Ich weiß nicht so recht. Als ich das Schaufenster sah mußte ich erst einmal laut und herzlich lachen, aber irgendwie ist das Thema gar nicht so lustig. In China lassen sich viele Frauen in den Metropolen ein Fältchen ins Augenlied machen, um euopäischer auszusehen – und das alles in der Mittagspause.

Botox to go

Nun denn, das muss jeder Mensch für sich entscheiden. Dennoch finde ich, dass Eingriffe gut überlegt sein sollten und daher ist es an den Ärzten zu überprüfen, ob sich der Patient oder die Patientin auch sicher ist, dass sie das machen will.

Eine Hochzeit in Las Vegas kann man letztlich wohl leichter annulieren lassen, als ein OP in der Mittagspause.

… wenn’s sche macht! :-)

Wohnen, wo andere Urlaub machen

Ich wohne in Berlin – am Hackeschen Markt um genau zu sein. Dieser Platz und die nahe Umgebung ist einer der großen Touristenmagneten der Stadt und eine “must see location”. Viele Berliner reagieren mit Erstaunen, wenn ich das erzähle und meinen, dass es dort doch viel zu laut und voller Touristen sei. Dort könne man doch nicht wohnen.

Die ist nur eine Seite der Medaille. Wahrheit ist, dass es dort viele Touristen gibt, aber eben nur in den Hauptstraßen und auf den bekannten Plätzen. Betritt man aber eine Seitenstraße, so ist es plötzlich ruhig und in den Innenhöfen fast gespenstisch leise. Nur 200m Luftlinie entfernt sieht es schon ganz anders aus. Auf der anderen Seite ist es eben auch nur genau so weit, bis ich mitten im Leben bin. 200m zu den Geschäften, meinem Häagen Dasz und den Straßencafés, den zahlreichen Restaurants und Straßenmusikanten wie diesen hier:

Und so wohne ich nicht im Troubel der vielen Touristen, die auch mal betrunken durch die Straßen vagabundieren, sondern dort, wo andere Menschen Urlaub machen. Ist das nicht toll? Ich bin auch nach anderthalb Jahren vollkommenbegeistert und habe es nicht einen Tag bereut hier her zu ziehen!

Auf das Leben und die Vielfalt der Menschen aus aller Herren Länder, die ich so immer wieder mal durch Zufall neu kennen lernen kann! Was für eine großartige Zeit an einem grandiosen Platz in dieser wundervollen Stadt Berlin!

“Du bist so geil Berlin!” *sing*

Das Baumarkt-Didgeridoo

Gestern Nachmittag sind wir beim Stadtbummel auf dem Ku-Damm vor dem Kino Zoo-Palast auf diesen Didgeridoo-Spieler mit seinem coolen, selbst gebauten Instrument gestoßen.
Seht selber! (Leider ist im Hintergrund die “Rennleitung” wieder mal unterwegs!)

Varekai im Cirque du Soleil

Gestern war es so weit, mein erstes Mal. Es gibt viele erste Male, aber selten eines von solch geballter Schönheit und Emotionalität, dass es mir eine Gänsehaut verlieh und die Schauer nur so über den Rücken laufen ließ. Ich war mein erstes Mal im Cirque du Soleil.

All das verdanke ich einer Freundin, die mich fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihr die Vorstellung zu besuchen. Da ihre Vorschläge bisher immer toll waren, willigte ich ein, ohne zu wissen, worum es sich genau handelte. Ein Circus, nun ja, aber Kathi hat Geschmack, daher machte ich mir keine Sorgen. Es sei recht teuer, warnte sie mich, aber wenn es ihr das wert sein sollte, dann auch mir. Sie buchte die Karten und so fuhren wir am letzten Donnerstag an den Ostbahnhof, um in den Cirque du Soleil zu gehen und Varekai zu sehen.

Von außen war es lediglich ein großes Circuszelt, in dessen Vorzelt die Hotdogs schon ausverkauft und das Popcorn zu teuer und pappig war. Aber egal, wir waren ja nicht zum Essen da. Als wir dann freundlich in das Grand Chapiteau gebeten wurden, bekam ich beim Anblick des Bühnenbildes einen ersten Eindruck dessen, was uns erwarten würde.

Doch weit gefehlt! Nachdem ein liebevoll kauziger Typ, sozusagen der Narr, Erzähler und zugleich Bindeglied der Geschichte uns begrüßte, fiel in der ersten Nummer ein Engel vom Himmel. Ohne Sicherung bewegte er sich wie schwerelos in einem weißen Netz. Während der nächsten 5-10 Minuten (ich kann nicht sagen, wie lang es tatsächlich war) bot sich uns ein Überfluss an wundervollen Eindrücken, wie ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte. Traumhaft phantasievolle Details, eine grandiose Inszenierung, mehr als perfekte Körperbeherrschung begleitet von wunderbaren Klängen und Livegesang. Was soll ich sagen – mir kam lediglich die Frage, warum ich nicht schon eher in den Cirque du Soleil gegangen war und was ich eigentlich bisher verpasst habe. Man könnte meinen, ich hatte einen audiovisuellen Orgasmus – ganz im Ernst!
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Die Berlinale 2008: (K)ein Genuss

“Ich habe Tickets für einen vielversprechenden Berline-Film besorgt”, klang es durchs Telefon. “Super!”, dachte ich mir. Wenn ich schon in Berlin wohne, sollte man das auch mal erlebt haben.

Wir fuhren also zum Kino in Prenzlauer Berg, welches den Film zeigen wollte. Ein altes Haus aus der DDR Zeit, an welches ein neues Multiplex Kino angebaut wurde. Also ein alter Saal plus X neue. Wir nahmen den alten Eingang, welcher auch die Berlinale Insigniern trug. Die alte Kasse war offen aber irgendwie verwaist. 4-5 Junge Menschen (auf Studenten kunstverwandter Fächer würde ich tippen) tummelten sich um den Zugang zum Saal und einige Gäste unterheilten sich in der Vorhalle.
Links um die Ecke erspähten wir den Catering Stand. Getränke und Knabberkram gehören ja zu jedem guten Kinobesuch dazu. Doch auch hier leider kein Bedienpersonal zu sehen. “Egal”, dachten wir uns, “wir haben ja noch 15 min Zeit.” Daher gingen wir in den neuen Bereich und deckten uns dort mit Cola, Popcorn und M&Ms ein. Danach gings in freudiger Erwartung zurück zum Berlinale Saal.

Dort angekommen zeigten wir unsere Karten und … statt eines “Viel Spaß!” bekamen wir ein “Popkorn ist hier verboten!” in recht harschem Ton zu hören. Zunächst hielt ich es für einen Scherz. Popcorn im Kino verboten? Schließlich wird es hier ja verkauft.
Ich fragte aber mal nach dem “Warum?”. Die Antwort: “Weil’s laut ist und stinkt!”, fauchte eine weibliche Kartenabreißerin. “Wir sind ein Filmfest und kein banales Popcorn-Kino!” Abgesehen davon, dass ohne dieses banale Popcorn-Kino die ganze Industrie nicht überleben würde, wurde mir der Spaß nun doch merklich verdorben.
Ich versuchte konstruktiv zu bleiben und fragte nach einem Hinweisschild. “Das weiß man doch!”, war die Antwort und: “Außerdem steht das doch in den AGBs des Programmheftes!” Das Maß an Überheblichkeit nahm nun vollkommen ungeahnte Dimensionen an! Ich mußte mich schon sehr beherrschen, nicht auf das selbe unveschämte Niveau abzugleiten. Am liebsten wäre mir die Tüte aus der Hand gefallen. Hoppla, da hätte dann jemand den Besen holen müssen. Es hätte mir bestimmt Leid getan.
Erstattung des Kaufpreises – Fehlanzeige. Der Vorschlag war, es bis nach dem Film aufzubewahren – tolle Idee – kaltes Popcorn nach dem Film! Genial! Warum bin ich nicht selbst drauf gekommen?
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