Fußpils

Menschen, die mit einem Bier in der Hand durch die Straßen laufen – dies war für mich bis vor einem Jahr ein eher befremdliches Bild. Dann jedoch bin ich nach Berlin gezogen und es gehörte zum immer häufiger beobachteten Stadtbild.

Eines Abends auf dem Heimweg mit meinen neuen Kollegen kehrten wir bei einem Kiosk ein, kauften uns je eine Flasche Becks Lemon und gingen weiter. Ich lernte, dass das in Berlin “Laufbier” hieße und vollkommen normal sei. Das Pfand der zurückgelassenen Flaschen könnten sich dann auch gleich die Finder einstecken – Faulheit als gute Tat so zu sagen. Ein wie gesagt befremdliches aber durchaus interessantes Konzept. Nach einem langen Tag im Büro ist ein kühles Blondes auf dem Fußweg nach Haus auf jeden Fall eine willkommene Erfrischung.

Eines Abends am Wochenende dann traf ich mich ca. 15 min entfernt mit Freunden und nahm auf dem Weg auch eine Flasche zu trinken mit. Eine neue aber gute Idee. Falls man mit der S-Bahn unterwegs ist, wird übrigens aus dem Laufbier ein “Wegbier”, da man ja nicht mehr läuft. Eigentlich logisch, oder nicht?

Kurz darauf war ich in Hamburg und erzählte meinem Freund Paul, dass ich in Berlin das Konzept des Laufbieres kennengelernt habe. Da wir gerade bei schönem Wetter an der Elbe spazieren gingen, nahmen wir die nächste Gelegenheit wahr und kauften uns zwei Flaschen.

Nun waren wir aber in Hamburg, sind dort entweder geboren oder aber eng mit der Stadt verbunden. Das Laufbier, eine Berliner Erfindung einfach zu portieren, das wäre zu einfach gewesen. Eine Wortneuschöpfung musste her, und so fingen wir an zu suchen. Da wir zu Fuß unterwegs waren und es sich bei dem Bier genauer gesagt um ein Pils handelte, entstand das “Fußpils”.
Super! Klingt etwas seltsam, aber gut, was den Begriff noch einprägsamer macht!

Von diesem Tag im Frühjahr 2007 an heißt ein Bier auf dem Weg zur Party, beim Spaziergang oder einfach unterwegs in Hamburg “Fußpils”.

Na dann mal prost!

One thought on “Fußpils”

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