Hello Mr. President, let’s go!

Es ist so weit! Endlich sind die Tage von George W. Bush im Amt als Präsident der Vereinigten Staaten von America gezählt. Auch vor der Wahl in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch dieser Woche war das schon klar. Nicht jedoch wußten wir, ob es Barack Obama schaffen würde.

Dass er der erste nicht weiße Präsident der USA sein wird ist wohl das historisch auffälligste Detail der Wahl. Ich kann ihm nur gratulieren, wie so viele andere auch, aber darum soll es jetzt einmal nicht gehen. Es ist keine Leistung schwarz, weiß, rot, gelb oder sonst etwas zu sein. Viel beachtlicher finde ich den Werdegang des nun gewählten Kandidaten der Demokraten. Er hat sich aus kleinbürgerlichen Verhältnissen emporgearbeitet, seine Mutter hat alles dafür getan, damit er eine gute Bildung bekommen konnte und sein Weg wurde nicht von “Papa’s Freunden aus Texas und Washington” geebnet. Er hat das Elend in den Armenvierteln Chicagos kennengelernt und für bessere Verhältnisse gekämpft.

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Dazu kommt, dass er ein begnadeter Redner ist. Ich selber habe ihn diesen Sommer in Berlin an der Siegesäule erlebt. Er kann die Menschen gebeistern und ihnen Mut geben. Menschen wollen ein Idol haben, eine Figur, der sie sich anvertrauen können. America hat in diesen schweren Zeiten eine solche Figur gefunden – und viel wichtiger – auch gewählt. Vergessen wir nicht: George W. Bush wurde nach einer desaströsen ersten Amtszeit wiedergewählt!!! Damit ist er kein Ausrutscher der Geschichte!

Barack Obama wird in vielen Zwängen stecken und nicht annähernd so frei agieren, wie seine Reden die Zuhörer hoffen lassen. Wichtig ist nur, dass er den Freiraum, der ihm bleibt für die richtigen Dinge nutzt. Und das sind nicht die Interessen von Papa Bush’s Freunden. “CHANGE” war einer der Claims von Obama’s Wahlkampf und durch dessen Wahl ist dieser auch schon da. Die Wahlbeteiligung lag höher als seit hundert Jahren und vor allem junge Menschen hat er mobilisiert. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Jahre!

Auch wenn es nur eine Randnotiz in den Zeitungen war, so ist für mich Senator John McCain einer der ehrenhaftesten und besten Verlierer eines so langen und intensiv geführten Wahlkampfes, wie man ihn sich nur vorstellen kann. Sofort, als die ersten Prognosen zeigten, dass Barack Obama einen Sieg errungen hat, bot Senator McCain ihm seine Hilfe an. Er trat einen Schritt zurück, überließ ihm den Triumph und stellte sich zur Verfügung, was auch immer von ihm verlangt werden würde. Er stehe seinem nächsten Präsidenten zur Seite, versprach er noch in der selben Nacht. Das nenne ich Größe!

Größe, von der sich Verlierer bei unseren Wahlen in letzter Zeit mehr als eine Scheibe hätten abschneiden können. Ja Herr Schröder, Sie sind gemeint! Ihr Auftritt in der Runde der Parteivorsitzenden nach der Bundestagswahl 2005 war einem amtierenden Regierungschefs in meinen Augen nicht würdig. Nun denn, zumindestens paßte er ins Bild dieser Tage. Daher haben Sie sich ja auch beim großen Zapfenstreich “My Way” spielen lassen.

So, nun wieder zur Gegenwart: Dieses Video von Will Smith, auf den ich vor einigen Jahren als den ersten schwarzen Präsidenten getippt hatte, zu Gast bei Oprah Winfrey habe ich gerade auf YouTube gefunden.

Alles in Allem also großartiges Ereignis, mit historischen Gewinnern, Verlierern die Größe zeigen, einem Ergebnis, dass so eindeutig ist, dass auch die schlechteste Wahlmaschine es nicht gefährden kann und einem scheidenden Präsidenten, um den kaum einer trauert!

Auf geht’s in eine neue Zeit! “Yes we can!” könnte ihr Motto sein! Nun liegt es an uns allen, was wir daraus machen!

Für alle die, die Barack Obama’s Rede zu seinem Wahlsieg noch nicht gesehen haben, hier noch einmal in voller Länge! Schaut sie euch an! Es lohnt sich!

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