Potsdamer Schlössernacht 2007

Am 18.August 2007 fand auch dieses Jahr wieder die Potsdamer Schlössernacht statt. Es war mein erstes Mal und ich hatte das Glück, dass Freunde die eigentlich sofort vergriffenen Karten so zu sagen prophetisch auf Halde gekauft hatten. So war auch mir vergönnt an dieser wunderbaren Veranstaltung teilnehmen zu können.

Wir hatten Glück, denn Petrus war uns wohl gesonnen und verschonte uns mit Regen. Dass es rechtzeitig dunkel wurde, um die Illuminationen in voller Pracht erstrahlen zu lassen, so munkelte man, lag nicht am Wetter, sondern an der Drehung dieser angeblich kugelrunden Erde.

Das “Neue Parlais”

Wer den Schlosspark Sancoussi nicht kennt, dem kann ich, neben dem Hinweis, ihn unbedingt einmal zu besuchen, nur sagen, dass es eine der beeindruckendsten barocken Gartenanlagen ist, die es gibt. Diese war zur Schlössernacht über und über mit Licht- und Klanginstallationen gespickt. Hier ein Bläserquartett, dort ein “sprechender Baum”, welcher von seiner Namengeschichte zu berichten wusste und an anderer Stelle las eine Dame aus Werken der Zeit der Erbauer des Parks. Mein persönliches Highlight waren von zwei Tenören vorgetragene Arien von Puccini und anderen Meistern. Dabei kam das Auge nicht zu kurz, denn während der eine Protagonist unter einer Laterne am Rand eines kleinen Sees stand, saß der zweite in einem kleinen Boot welches auf selbigem See umher kreuzte. Wunderbar!
Einen krönenden Abschluss fand die Veranstaltung letztlich in einem klassischen Barock-Feuerwerk mit musikalischer Untermalung.

Einzige Wehmutstropfen waren die Tatsachen, dass man oft zu spät oder mitten in einer Darbietung erschien, da man schlicht und ergreifend auf “gut Glück” den Park erkundete. Vielleicht haben wir ihn einfach nicht gefunden, aber einen Veranstaltungsplan hätten wir gern gehabt. Nach Ende des Feuerwerks brach dann der “Große Almabtrieb” los. 20.000 Besucher versuchten in den zwar 5 minütlich fahrenden Park and Ride Bussen Platz zu finden, aber da es kein “crowd control concept” gab, litt die Übersichtlichkeit ein wenig. Zu jeder grünen Ampel, sprich bei jedem neuen Fahrgastansturm auf die Bushaltestelle, stimmten die bereits dort Wartenden zu einem wehemenden Hinweis auf das Ende der Schlange an. Nach dem 3. Mal funktionierte sogar der Einsatz perfekt.

Interessanterweise war die Polizei so gut wie nicht präsent, abgesehen von den zwei Beamten, die die jeweils 500-1000 Besucher am Überqueren der Straße hindern wollten. Nice try guys! ;-) Entweder wird das Krisenpotential der Besucher einer Schlössernacht als so gering eingeschätzt, dass man keine Kräfte vor Ort braucht, oder aber man hat die Menschenmassen einfach unterschätzt. Was, wenn es bei einer derart großen Menschenmenge zu einem Unfall oder Panik kommt? Toi toi toi, es ist ja nichts passiert.

Ein Hinweis noch an dieser Stelle. Klimaschutz hin oder her; der Park and Ride Platz lag so abseits, dass sich kaum ein Lichtstrahl der Stadt dorthin verirrte. Die üppig vorhandene Straßenbeleuchtung anlässlich einer so großen Veranstaltung pünktlich um 23 Uhr abzuschalten, damit sich 5000 Besucher in totaler Finsternis ihren Weg über S-Bahngleise (die Übergänge waren nicht in Sicht) und durch Schlaglöcher auf dem Parkplatz zum einen Fahrzeug suchen müssen, war ein zweifelhaftes Experiment. Glücklicherweise hatten wir nichts getrunken! Da wurde das Hilfslicht des Fotohandys kurzum zur Taschenlampe umfunktioniert! Not macht erfinderisch.

Alles in Allem war es ein großartiger Abend, welcher mit wunderschönen und kuriosen Eindrücken zum Fundus der gemeinsamen Erinnerungen unserer Gruppe grandios beigetrug! Ich freue mich schon auf das nächste Jahr und werde bestimmt wieder dabei sein.
Diesmal allerdings vielleicht mir der Bahn!

One thought on “Potsdamer Schlössernacht 2007”

  1. Heute ist mal wieder Silvester. Eine Woche nach Weihnachten ist das bisher eigentlich immer so gewesen. Das laufende Jahr geht zu Ende. Ein schönes Jahr, wie ich finde. Ich bin nach Berlin gezogen und habe das Leben und die Kultur in der Stadt wirklich ge

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