Tag Archives: Berlin

Back online

“Hey, what took you so long?” This is exactly the question I am asking myself the last days. But let’s start at the beginning. By the way always a good idea. :-)

My blog was hacked 4 years ago and was taken offline by my provider. I tried to get it back online but was not able to. Other things became more important and so it stayed dormant. I also got more and more caught in the phenomena that I discribed in my post . VCs and Entrepreneurs blog and write, but in large corporations like I workd for the last alsmost 4 years, this is really tricky. But let’s see. :-)

Three days ago I deleted everything and asked my provider to reactivate my domain. And here we are. New WordPress, all the old content and hopefully some new stuff in the future.

The first change of cause is the switch to English to enable more of my friends to follow my posts. I will still publish some articles in German, but only if I expect the target audience to be – let’s call it – receptive to German texts.

To make things easier I will try to find a nice Google Translate plugin. The jokes and sarcasm will not translate, but maybe the message will stay.

Reading some very old posts is very interesting to me. Some predictions turned out to be head on some thoughts are still en vogue and some aspects have not been adopted by a broader audience yet.

So, have fun and please join my discussions.

Best from Berlin,

Björn

Ein Lächeln zum Geschenk

In diesen Tagen ist es kalt und entweder verregnet oder verschneit. Die Menschen sind mit ihren Autos vielleicht gerade irgendwo im Verkehr stecken geblieben und zu spät gekommen oder aber haben ihr Ziel etwas nasser als sonst erreicht.

Nun gut – das Wetter können wir nicht ändern (nehmen wir den selbstgemachten Klimawandel einmal außen vor). Sollten wir einmal zu spät kommen und dies auf höhere Gewalt zurückzuführen zu sein, so können wir es auch nicht ändern.

Wie also nun mit derartigen Widrigkeiten umgehen?

Mein Tipp: Ertragen Sie es mit Gelassenheit! Ärgern macht die Situation nicht besser und hilft Ihnen schon gar nicht! Ärgern macht nur Falten und hilft der Kosmetikindustrie. War das Ihr Ziel, als sie sich das letzte Mal über das schlechte Wetter oder einen Stau aufgeregt haben?

Wie schon in meinem Artikel “Smile, it’s raining!” kann ich Ihnen nur eines raten: Genießen Sie den Moment! Er hat wunderschöne Aspekte, die Sie im Ärger vielleicht übersehen würden.
Ja, es schneit gerade und ist kalt, aber hören Sie einmal wie wunderbar der frische Schnee unter den Schuhen knirscht! :-) Oder aber es regnet – ja, man kann den Regen riechen, hmmm, und die Luft ist dann immer so wunderbar sauber!

Gestern bin ich am Hackeschen Markt entlang nach Hause gegangen, hatte gute Laune und mir diese auch nicht vom Nieselregen verderben lassen. Ich lächelte und schaute den Menschen, die mir entgegenkamen auch in die Augen. Viele Menschen schauen auf den Boden oder meiden Blickkontakte, wenn sie durch die Straßen gehen. Wie schade!

Ich schaute also meinen Mitmenschen in die Augen, nicht aufdringlich, aber mit meiner fröhlichen Gelassenheit. Und siehe da – einige wachten auf aus ihrem Trott, irgendetwas auf dem Boden zu suchen und auch ihre Gesichter wurden von einem Lächeln gekrönt. Ein wirklich schönes Gefühl einem unbekannten Mitmenschen ein Lächeln geschenkt zu haben!

Möchten Sie es auch einmal versuchen? Vielleicht finden ja auch Sie gefallen daran!

Ihr Björn Woltermann

Do executive bloggers exist?

Especially in the last four to five months, I asked myself the following question over and over again:

“Who are those business bloggers and what is there role in their industry or business?”

Since I work in the Internet industry, especially in the web 2.0 application area, I read quite a bunch of interesting blogs. Most of them report ex post about things, that have happened in the near past. For example deutsche-startups.de is a nice news aggregator for the German web 2.0 scene. There are special interest blogs like bazaarblog.com who serve as a evangelizing corporate blog on a narrow topic or self marketing blogs of various technology or method consultants. Those guys act as catalysts, sparring partners or idea distribution providers across the Atlantic and often write about the things they encountered in one or more client sessions.

All these blogs offer well written insights or overviews over more or less open information or opinions. But is there something like an executive blogger out there? A manager who writes about the really interesting things, he is working on? A guy who is in charge of a company, product or strategy? Someone who has responsibility for people, money and the future of his “baby”?

I believe not!

I came to this point, because over and over again I had some ideas for articles I did not write due to the fact that the topics and especially solutions are confidential and crucial to the success of the projects and companies I am working on. Things that are not “open source” or “public domain”. If I just travelled from workshop to workshop and convention to convention, blogging about my ideas and business issues would be a great and fascination thing, especially in the time waiting in airport lounges.

In my case, I need to keep them and use the waiting times talking to my team members, business partners and work on strategic details … and I like that! :-)

What do you think? Are there any executive bloggers? If you found one, please comment and tell me!

All the best from snowy Berlin!

Björn Woltermann

Offline Überleben in der Online-Welt

Vor einigen Jahren nahm ich an einer Podiumsdiskussion zum Thema Märkte und Marktplätze teil. Titel der Veranstaltung war grob “Ist Ebay das Ende des Einzelhandels?”

Mit dabei waren Vertreter der Handelskammern, von Politik, Wirtschaft und Forschung sowie ein Mitarbeiter von Ebay. Dieser wurde mächtig angefeindet. Es ist ja auch so schön einfach, wenn man jemanden für die eigenen, nicht gemachten Hausaufgaben verantwortlich machen kann. In diesem Falle also der Vertreter von Eay, der dafür herhalten musste, dass weiter Teile der klassischen Einizelhandelskonzepte nicht mit der Zeit gegangen waren und ihnen nun die Kunden weglaufen.

Als follow-up zu meinem Artikel Amazon, Google and the Weather, in dem es um strategische Anpassungen an globale Rahmenbedingungen geht, möchte ich von einem wunderbaren Beispiel berichten. Im Zuge dessen ist mir obige Einleitung eingefallen.

Zurück zu dem Ebay Beispiel; Ich brachte damals das Thema auf, dass Ebay nicht nur Existenzen vernichtet oder gefährdet habe, sondern auch neue schaffe. So zum Beispiel die damals zahlreichen Ebay Shops mit absolut spitzen dafür aber tiefen angeboten. So zum Beispiel hochwertige Schutzfolien für PDAs und andere Touchscreen-Geräte. Ein Produkt, welches ich überall vergebens suchte. Oder aber Ersatzakkus für Digicam und co. Beim Hersteller kosten diese ein Vermögen, die Nachbauten, oftmals sogar leistungsstärker, hingegen deutlich weniger.

Wer aber waren diese Shopbetreiber? Das interessierte mich damals sehr und so schaute ich mir die Adressen der Versender einmal genauer an. Siehe da, fast alle kamen sie aus strukturschwachen Gegenden mit wenig Industrie und Dienstleistungsgewerbe. Dünn besiedelte Landstriche in den neuen Bundesländern, der Eifel oder der Röhn. Hier hatten findige Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und sich so eine neue Existenz geschaffen. Bravo! Sie alle haben damals eine Chance erkannt und genutzt!

Diese Argumentation passte nun gar nicht in das Konzept der Mehrheit der Runde und so wurde es schnell wieder bei Seite gelegt. Mittlerweile muss man fast schon wieder fragen:”Was ist Ebay?” Wann waren sie das letzte mal auf der Seite? Ich habe mich ertappt, dass ich wirklich lange nicht mehr dort war. Vor ein paar Jahren war dies noch anders. Dazu habe ich eine Theorie, doch die besprechen wir ein andermal.

Nun zu meinem Erlebnis vor einer Woche. Für eine Fernreise brauchte ich einen zweiten großen Reisekoffer. Nachdem ich vor ein paar Jahren meinen alten Koffer entsorgen musste und er mich auf endlosen Kilometern auf den Flughäfen und Bahnhöfen dieser Welt genervt hat war Zeit für eine neue Epoche. Die Zeit nach meinem ersten “Rimowa” Koffer. Ich weiß, es klingt sehr pathetisch, aber reisen ist seit dem ein deutlich entspannteres Erlebnis. Es war ein Modell mit 4 Rollen, welches auch mit Notebooktasche und Mantel wie von Geisterhand neben mit eintlangfährt. Ein treuer Begleiter, der nicht bei den ersten Anzeichen platzt, den Geist aufgibt oder eine Rolle verliert. Verschwitzt irgendwo anzukommen, nur weil man den Koffer doch tragen musste ist bei Geschäftsterminen nun wirklich kein Spaß.

Nun also musste nach meinem Ersten und einem passenden Bordcase ein dritter her. Die ersten beiden hatte ich mir aufgrund der besseren Auswahl (das Modell, welches ich jeweils haben wollte, war die Im Laden vorrätig) im Internet bei einem großen, auf Koffer spezialisierten Versender bestellt. Große Auswahl, schnelle Lieferung, 6% Rabatt ab einer gewissen Summe und noch einmal 5% bei Vorkasse. Dazu noch portofrei – alles in Allem eine Runde Sache.

Doch nun musste es schnell gehen, ich war mir nicht sicher, welches Modell es werden sollte und anfassen und sich beraten lassen ist auch in der schönen, bunten Online-Welt nicht zu ersetzen. So suchte ich mir einen der großen “Rimowa” Händler in Berlin und fuhr hin. Erster Eindruck: Super nettes Personal, hands-on Mentalität, “wir reparieren auch alles”, Stammkunden in einer Schlange und das knappste Gut war die Kasse. WOW! Das nenne ich mal ein Luxusproblem!

Das volle Sortiment der großen Hersteller war vertreten in jeder Farbe und Variante. So ließ ich mich beraten und landete bei einem anderen Modell, als ich es mir im Internet bestellt hätte. Ich war darauf eingestellt, an der Kasse ein wenig handeln zu müssen, denn schließlich gibt es im Netz 11%. Doch dazu kam es gar nicht. 10% auf den gesamten Einkauf wurden mir bei EC-Karten oder Barzahlung angeboten. Das nenne ich mal zuvorkommendes Verhalten.

Hier hat ein Unternehmer und Einzelhändler die Zeichen der Zeit erkannt. Er bietet Service, Beratung und Preise, die mit denen “da draußen” mithalten können. Was hilft es denn auch, wenn die Kunden sich schlau machen und dann im Netz kaufen. Die Zeit für Beratung haben die Mitarbeiter schon investiert, der Teppich ist ein wenig mehr abgenutzt und die Türscharniere eine Öffnung näher an ihrem Ende. Nun besteht die Wahl zwischen “kein Umsatz” und “UvP minus 10%”. Das letztere die bessere Wahl ist, versteht sich hier von selbst.

Noch mehr kommt dem Ladengeschäft zu Gute, dass sie auch Reparaturserviceleistungen bieten inklusive Abrechnung mit der jeweiligen Fluggesellschaft und einem so noch viel Papierkrieg abnehmen. Unbezahlbar! Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass dieses Geschäft Gefahr läuft, auch nur einen Kunden an die Wettbewerber aus dem Internet zu verlieren. Ich zumindest bin ein Fan geworden und erzähle Freunden und Kollegen davon. Ob ich dem Geschäft vielleicht Ärger machen könnte, wenn ich Ross und Reiter im Netz nenne, weiß ich nicht. Daher lasse ich das einmal. Wenn Sie in Berlin aber einen Rimowa Koffer kaufen möchten, kommen Sie an diesem kleinen Fachgeschäft mit ich glaube zwei Filialen nicht vorbei.

Hier haben wir also ein sehr passendes Fallbeispiel für eine Nischenanpassung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld.

Weiter so!

“Die Bahn kommt!” …

… so lautete der Slogan – heute nennt man es Claim – der Deutschen Bahn in den 90er Jahren. Nun ja, sie kommt, fragt sich nur wann! :-) Ich sitze gerade im ICE aus Bonn in Richtung Berlin und er hat nun schon fast 3 Stunden Verspätung. Auf dem Streckenabschnitte zwischen Minden und Hannover ist es zu einem “Personenschaden” gekommen, wie es im Bahn(beamten)deutsch heißt.

Im Klartext hat sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine arme Seele aus Verzweiflung vor einen Zug geworfen! Das ist jedes Mal sehr tragisch. Darum soll es nun aber nicht gehen.

Die Kundenorientierung eines Unternehmens lässt sich nicht in Statistiken ablesen! Auch wenn Herr Mehdorn und seine Kollegen gern darauf hinweisen, dass die Züge der Bahn in der absolut überwiegenden Mehrheit pünktlich kommen, so sind es doch die Krisen, in denen guter Service gefragt ist oder besser wäre!

Man bietet den Gästen nun eine Entschädigung von 20% des Fahrpreises an. In meinem Fall sind das 6,60 Euro. Das entschädigt wirklich für die fast 3 Stunden, die mir von meinem Wochenende verloren gegangen sind. Abgesehen davon müßte ich wohl noch weitere Zeit in den “Verwaltungskram” stecken, um an diese Summe zu gelangen. Allein das lohnt sich nicht! Will die Bahn das vielleicht sogar?

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Im Grunde war ich nicht einmal sauer, denn die Bahn ist auch nach vielen Jahren der Privatisierungsanstrengungen ein Unternehmen in dem die Folgen der Zeit als Staatsbetrieb ohne Kundenzwntrierung nachwirken. Die letzte Lautsprecherdurchsage dann schlug dem Fass den Boden aus! “Sehr geehrte Fahrgäste, die in Hannover zugestiegen sind. Wir begrüßen Sie an Bord unseres ICE und entschuldigen uns für die Verspätung und die daraus resultierenden Unnannehmlichkeiten!” So in etwa sinngemäß war ja noch alles fein.

Doch dann kam DER Satz: “Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass der Bistroservice in Wagen 35 nicht zur Verfügung steht! Aufgrund der Verspätung mußte das Zugpersonal den ICE verlassen!”

Wie bitte??? Was??? Ich glaube ich hab nen Tinitus. Ich muss mich verhört haben! Waren die 7 oder 8 Stunden Arbeitszeit voll und darum gibts nun nix mehr zu trinken oder zu essen? Schon mal etwas von Überstunden gehört? Sätze wie “Der Kunde ist König!” werden anscheinend nach der Einstellung bei der Bahn per “Blitzdings” aus dem Hirn getilgt. Eines muss man der Bahn lassen, zumindest das funktioniert tadellos und zuverlässig!

Nun denn, so kam auch für die in Hannover wartenden Gäste die Bahn, irgendwann, mit der falschen Zugnummer, daher ohne die gebuchten Platzreservierungen und eben ohne Bistroservice! ;-) Tja, man kann eben nicht alles haben!

Ich mußte nicht stehen, hatte vor der “Sperrstunde” des Bistro um 19:35 Uhr noch ein Bier ergattern können, habe keinen Flug verpaßt und werde irgendwann heil und gesund in Berlin ankommen! Alles in allem also nicht so schlimm!

Also liebe Fahrgäste – nicht “ärgern”, sondern einfach nur “wundern”! Frei nach dem Motto: “Jeder so gut wie er kann!” Sie können einfach nicht …

Hello Mr. President, let’s go!

Es ist so weit! Endlich sind die Tage von George W. Bush im Amt als Präsident der Vereinigten Staaten von America gezählt. Auch vor der Wahl in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch dieser Woche war das schon klar. Nicht jedoch wußten wir, ob es Barack Obama schaffen würde.

Dass er der erste nicht weiße Präsident der USA sein wird ist wohl das historisch auffälligste Detail der Wahl. Ich kann ihm nur gratulieren, wie so viele andere auch, aber darum soll es jetzt einmal nicht gehen. Es ist keine Leistung schwarz, weiß, rot, gelb oder sonst etwas zu sein. Viel beachtlicher finde ich den Werdegang des nun gewählten Kandidaten der Demokraten. Er hat sich aus kleinbürgerlichen Verhältnissen emporgearbeitet, seine Mutter hat alles dafür getan, damit er eine gute Bildung bekommen konnte und sein Weg wurde nicht von “Papa’s Freunden aus Texas und Washington” geebnet. Er hat das Elend in den Armenvierteln Chicagos kennengelernt und für bessere Verhältnisse gekämpft.

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Dazu kommt, dass er ein begnadeter Redner ist. Ich selber habe ihn diesen Sommer in Berlin an der Siegesäule erlebt. Er kann die Menschen gebeistern und ihnen Mut geben. Menschen wollen ein Idol haben, eine Figur, der sie sich anvertrauen können. America hat in diesen schweren Zeiten eine solche Figur gefunden – und viel wichtiger – auch gewählt. Vergessen wir nicht: George W. Bush wurde nach einer desaströsen ersten Amtszeit wiedergewählt!!! Damit ist er kein Ausrutscher der Geschichte!

Barack Obama wird in vielen Zwängen stecken und nicht annähernd so frei agieren, wie seine Reden die Zuhörer hoffen lassen. Wichtig ist nur, dass er den Freiraum, der ihm bleibt für die richtigen Dinge nutzt. Und das sind nicht die Interessen von Papa Bush’s Freunden. “CHANGE” war einer der Claims von Obama’s Wahlkampf und durch dessen Wahl ist dieser auch schon da. Die Wahlbeteiligung lag höher als seit hundert Jahren und vor allem junge Menschen hat er mobilisiert. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Jahre!

Auch wenn es nur eine Randnotiz in den Zeitungen war, so ist für mich Senator John McCain einer der ehrenhaftesten und besten Verlierer eines so langen und intensiv geführten Wahlkampfes, wie man ihn sich nur vorstellen kann. Sofort, als die ersten Prognosen zeigten, dass Barack Obama einen Sieg errungen hat, bot Senator McCain ihm seine Hilfe an. Er trat einen Schritt zurück, überließ ihm den Triumph und stellte sich zur Verfügung, was auch immer von ihm verlangt werden würde. Er stehe seinem nächsten Präsidenten zur Seite, versprach er noch in der selben Nacht. Das nenne ich Größe!

Größe, von der sich Verlierer bei unseren Wahlen in letzter Zeit mehr als eine Scheibe hätten abschneiden können. Ja Herr Schröder, Sie sind gemeint! Ihr Auftritt in der Runde der Parteivorsitzenden nach der Bundestagswahl 2005 war einem amtierenden Regierungschefs in meinen Augen nicht würdig. Nun denn, zumindestens paßte er ins Bild dieser Tage. Daher haben Sie sich ja auch beim großen Zapfenstreich “My Way” spielen lassen.

So, nun wieder zur Gegenwart: Dieses Video von Will Smith, auf den ich vor einigen Jahren als den ersten schwarzen Präsidenten getippt hatte, zu Gast bei Oprah Winfrey habe ich gerade auf YouTube gefunden.

Alles in Allem also großartiges Ereignis, mit historischen Gewinnern, Verlierern die Größe zeigen, einem Ergebnis, dass so eindeutig ist, dass auch die schlechteste Wahlmaschine es nicht gefährden kann und einem scheidenden Präsidenten, um den kaum einer trauert!

Auf geht’s in eine neue Zeit! “Yes we can!” könnte ihr Motto sein! Nun liegt es an uns allen, was wir daraus machen!

Für alle die, die Barack Obama’s Rede zu seinem Wahlsieg noch nicht gesehen haben, hier noch einmal in voller Länge! Schaut sie euch an! Es lohnt sich!

Deutschland einig Vaterland

Gestern hat Deutschland den 18. Jahrestag seiner Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 gefeiert. Diesmal fand der offizielle Festakt in Hamburg statt, welcher nach einem damals festgelegten Schlüssel (nach Vorsitz im Bundesrat) von Land zu Land wandert.

Es war ein schöner Tag, ein dem Anlass gebürender. So wollte ich zum Deutschen Historischen Museum gehen und schauen, ob es dort nicht noch das eine oder andere neue zum Thema zu entdecken gäbe. Uns siehe da – die Ausstellung “Im Namen der Freiheit” kannte ich noch nicht. Zur Feier des Tages war der Eintritt sogar frei und ich brauchte meine Jahreskarte gar nicht.

Deutsches Historisches Museum
Zuerst dachte ich, dass das dann bestimmt voll sein werde, aber dies war im Nachhinein betrachtet leider nicht der Fall. Ich hätte mir schon gewünscht, dass sich mehr Mitbürger diese interessante Ausstellung zur Geschichte unserer Verfassung angesehen hätten. Vielleicht war es auch nicht bekannt. Dennoch war das Publikum erfreulich gemischt.

Die Exponate sind nach den jeweiligen verfassungsgebenden Anläufen des deutschen Volkes gruppiert. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber diese Flagge der Aufständischen von 1848 fand ich besonders beeindruckend. Sie zeigt schon die Farben Schwarz Rot Gold und ihre Aufschrift “freiheit oder Tod” spiegelt die Entschlossenheit wieder, mit der die Freiheitskämpfer damals gekämpft haben. Demnach ist das Leben ohne Freiheit nichts wert!

Freiheit oder Tod
Die Ausstellung lohnt sich für jeden, der sich für unseren Staat und die Geschichte unserer Freiheiten interessiert. Freiheiten, die wir heute nur allzu selbstverständlich hinnehmen. Freiheiten, die auch in Zukunft nicht selbstverständlich sein werden, denn der gefühlte Bedrohungsdruck durch Terror oder andere Erscheinungen führen immer wieder zu Versuchen, die bestehenden Rechte und Freiheiten der Bürger einzuschränken. Auch diesen Aspekt der zukünftigen Verfassungsentwicklung behandelt die Ausstellung auf sehenswerte Art und Weise.

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Reisebericht Ibiza 2008 – Teil 1

Nachdem ich vor 10 Jahren das erste Mal und vor 9 das letze Mal auf Ibiza war, fliege ich nun erstmals wieder hin. Witzigerweise mit dem selben Bekannten, der mich auch schon vor 10 Jahren begleitet hat. Anfang des Jahres kam ich auf die Idee, den Sommer mit einer Woche auf dieser wirklich schönen Insel entspannt tanzen zu beenden, bevor es in die kalte Jahreszeit geht. Er erfuhr davon und so bin ich mal gespannt, was die Woche so bringen wird.

So sitze ich nun am Flughafen Tegel und warte auf meine Maschine. Air Berlin Flug AB 1550 geplant für 16:25 Uhr hat Verspätung. Nicht ein wenig, sondern gleich mal mehr als 4 Stunden! Das ist schon sportlich. Wäre ich nicht im “Urlaubsmodus”, könnte ich mich darüber ärgern – tue ich aber nicht! Was sollte das auch bringen. Würde es etwas ändern? Nein! Warum dann also ärgern? Das tun schon 20 andere Fluggäste um mich herum. :-)

Statt dessen trinke ich nun einen nicht ganz so aromatischen Latte Macchiato und einen frischen O-Saft, den ich kurzum mit einer Tüte Zucker nachgesüßt habe. Das Wort “sauer” wurde gerade neu definiert! :-) So kann man in allem etwas Gutes und Positives sehen. Wäre meine Maschine pünktlich gewesen, hätte ich nie das Marché im Air Berlin Terminal C kennen gelernt. Ich hätts’ aber auch nicht vermißt.

Draußen frischt nach einem schönen und sonnigen Tag der Wind auf, ganz als ob er mir sagen wollte, dass ich jetzt besser in den Süden flöge, falls mir die Laune noch nach Sommer stünde. :-) Ja ja, der deutsche Konjunktiv kann sooooo schön sein.

Bis bald! Fortsetzung folgt …

Mein Mitte, mein Berlin

Es ist Sonntag, später Mittag oder früher Nachmittag, wie man es nimmt. Ich sitze wie so oft um diese Zeit in meinem Lieblingskaffee “Strandbad Mitte” und Frühstücke. Es mag dafür zeitlich vielleicht für durchschnittsdeutsche Verhältnisse zu spät sein, aber ich esse eben lieber mein “Kleines Frühstück Halb und Halb” als etwas schweres Warmes am Mittag.

Draußen steht ein Mann mit Gitarre, er könnte Adrian Brody’s Bruder sein, die Ärmel seines blauen Hamdes hoch gekrempelt, mit Lederhalskette und hat einfach Spaß. Es singt nichts Bekanntes, dafür aber authentisch Klingendes. Seine Stimme ist etwas dünn, aber sehr angenehm.

Das Wetter ist angenehm warm, zwar bewölkt aber gerade bahnt sich die Sonne einen Weg durch den Hochnebel. Ich lese die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit mehr oder weniger angenehmen Themen, dafür aber in einem angenehm unreißerischen Ton. Putin jagd angeblich Tiger zu wissenschaftliuchen zwecken mit betäubungsgewehren und rettet ganz nebenbei Wanderer vor der Bestie. Wers glaubt, Ippon für den großen Helden.

Dann stoße ich auf einen Bericht über ein wahrlich gigantisches Filmprojekt. Diesen Freitag, am 5. September haben 80 Kamerateams 24 Stunden lang Berliner Alltagsszenen eingefangen. Unser Kultursenator rief alle Bürger auf, sich herauszuputzen und aufzubrezeln, was in erbärmlicher Weise zeigt, wie wenig er den Sinn dieses wohlmöglich epochalen Werkes verstanden hat. Glücklicherweise sind sich die Berliner dem Aufruf nicht gefolgt. Gut gemacht!

Ich trinke meinen zweiten Latte und freue mich einmal wieder, in dieser grandiosen Stadt zu wohnen. Einer Stadt, die sich ihr wirklich eigenes Lebensgefühl kultiviert hat. Da braucht es auch keine Kampagne wie “Sei Berlin”, wir Berliner, ob nun eingeboren oder zugezogen, wir alle sind Berlin.

Nun werd ich mich mal wieder auf den Weg machen.

Grüße an alle die mich kennen! Kommt mich doch bald mal wieder besuchen, ihr seid wie immer herzlich eingeladen.

Euer Björn

Botox to go

Wie wäre es heute morgen denn einmal mit einer kleinen Schönheits OP auf dem Weg zur Arbeit? Statt Kaffee oder Latte Macchiato einfach ein paar Fältchen wegspritzen lassen.

Ist das die neue, schöne Welt? Ich weiß nicht so recht. Als ich das Schaufenster sah mußte ich erst einmal laut und herzlich lachen, aber irgendwie ist das Thema gar nicht so lustig. In China lassen sich viele Frauen in den Metropolen ein Fältchen ins Augenlied machen, um euopäischer auszusehen – und das alles in der Mittagspause.

Botox to go

Nun denn, das muss jeder Mensch für sich entscheiden. Dennoch finde ich, dass Eingriffe gut überlegt sein sollten und daher ist es an den Ärzten zu überprüfen, ob sich der Patient oder die Patientin auch sicher ist, dass sie das machen will.

Eine Hochzeit in Las Vegas kann man letztlich wohl leichter annulieren lassen, als ein OP in der Mittagspause.

… wenn’s sche macht! :-)