Tag Archives: kultur

Deutschland einig Vaterland

Gestern hat Deutschland den 18. Jahrestag seiner Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 gefeiert. Diesmal fand der offizielle Festakt in Hamburg statt, welcher nach einem damals festgelegten Schlüssel (nach Vorsitz im Bundesrat) von Land zu Land wandert.

Es war ein schöner Tag, ein dem Anlass gebürender. So wollte ich zum Deutschen Historischen Museum gehen und schauen, ob es dort nicht noch das eine oder andere neue zum Thema zu entdecken gäbe. Uns siehe da – die Ausstellung “Im Namen der Freiheit” kannte ich noch nicht. Zur Feier des Tages war der Eintritt sogar frei und ich brauchte meine Jahreskarte gar nicht.

Deutsches Historisches Museum
Zuerst dachte ich, dass das dann bestimmt voll sein werde, aber dies war im Nachhinein betrachtet leider nicht der Fall. Ich hätte mir schon gewünscht, dass sich mehr Mitbürger diese interessante Ausstellung zur Geschichte unserer Verfassung angesehen hätten. Vielleicht war es auch nicht bekannt. Dennoch war das Publikum erfreulich gemischt.

Die Exponate sind nach den jeweiligen verfassungsgebenden Anläufen des deutschen Volkes gruppiert. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber diese Flagge der Aufständischen von 1848 fand ich besonders beeindruckend. Sie zeigt schon die Farben Schwarz Rot Gold und ihre Aufschrift “freiheit oder Tod” spiegelt die Entschlossenheit wieder, mit der die Freiheitskämpfer damals gekämpft haben. Demnach ist das Leben ohne Freiheit nichts wert!

Freiheit oder Tod
Die Ausstellung lohnt sich für jeden, der sich für unseren Staat und die Geschichte unserer Freiheiten interessiert. Freiheiten, die wir heute nur allzu selbstverständlich hinnehmen. Freiheiten, die auch in Zukunft nicht selbstverständlich sein werden, denn der gefühlte Bedrohungsdruck durch Terror oder andere Erscheinungen führen immer wieder zu Versuchen, die bestehenden Rechte und Freiheiten der Bürger einzuschränken. Auch diesen Aspekt der zukünftigen Verfassungsentwicklung behandelt die Ausstellung auf sehenswerte Art und Weise.

Continue reading

Das Baumarkt-Didgeridoo

Gestern Nachmittag sind wir beim Stadtbummel auf dem Ku-Damm vor dem Kino Zoo-Palast auf diesen Didgeridoo-Spieler mit seinem coolen, selbst gebauten Instrument gestoßen.
Seht selber! (Leider ist im Hintergrund die “Rennleitung” wieder mal unterwegs!)

Varekai im Cirque du Soleil

Gestern war es so weit, mein erstes Mal. Es gibt viele erste Male, aber selten eines von solch geballter Schönheit und Emotionalität, dass es mir eine Gänsehaut verlieh und die Schauer nur so über den Rücken laufen ließ. Ich war mein erstes Mal im Cirque du Soleil.

All das verdanke ich einer Freundin, die mich fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihr die Vorstellung zu besuchen. Da ihre Vorschläge bisher immer toll waren, willigte ich ein, ohne zu wissen, worum es sich genau handelte. Ein Circus, nun ja, aber Kathi hat Geschmack, daher machte ich mir keine Sorgen. Es sei recht teuer, warnte sie mich, aber wenn es ihr das wert sein sollte, dann auch mir. Sie buchte die Karten und so fuhren wir am letzten Donnerstag an den Ostbahnhof, um in den Cirque du Soleil zu gehen und Varekai zu sehen.

Von außen war es lediglich ein großes Circuszelt, in dessen Vorzelt die Hotdogs schon ausverkauft und das Popcorn zu teuer und pappig war. Aber egal, wir waren ja nicht zum Essen da. Als wir dann freundlich in das Grand Chapiteau gebeten wurden, bekam ich beim Anblick des Bühnenbildes einen ersten Eindruck dessen, was uns erwarten würde.

Doch weit gefehlt! Nachdem ein liebevoll kauziger Typ, sozusagen der Narr, Erzähler und zugleich Bindeglied der Geschichte uns begrüßte, fiel in der ersten Nummer ein Engel vom Himmel. Ohne Sicherung bewegte er sich wie schwerelos in einem weißen Netz. Während der nächsten 5-10 Minuten (ich kann nicht sagen, wie lang es tatsächlich war) bot sich uns ein Überfluss an wundervollen Eindrücken, wie ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte. Traumhaft phantasievolle Details, eine grandiose Inszenierung, mehr als perfekte Körperbeherrschung begleitet von wunderbaren Klängen und Livegesang. Was soll ich sagen – mir kam lediglich die Frage, warum ich nicht schon eher in den Cirque du Soleil gegangen war und was ich eigentlich bisher verpasst habe. Man könnte meinen, ich hatte einen audiovisuellen Orgasmus – ganz im Ernst!
Continue reading

Die Berlinale 2008: (K)ein Genuss

“Ich habe Tickets für einen vielversprechenden Berline-Film besorgt”, klang es durchs Telefon. “Super!”, dachte ich mir. Wenn ich schon in Berlin wohne, sollte man das auch mal erlebt haben.

Wir fuhren also zum Kino in Prenzlauer Berg, welches den Film zeigen wollte. Ein altes Haus aus der DDR Zeit, an welches ein neues Multiplex Kino angebaut wurde. Also ein alter Saal plus X neue. Wir nahmen den alten Eingang, welcher auch die Berlinale Insigniern trug. Die alte Kasse war offen aber irgendwie verwaist. 4-5 Junge Menschen (auf Studenten kunstverwandter Fächer würde ich tippen) tummelten sich um den Zugang zum Saal und einige Gäste unterheilten sich in der Vorhalle.
Links um die Ecke erspähten wir den Catering Stand. Getränke und Knabberkram gehören ja zu jedem guten Kinobesuch dazu. Doch auch hier leider kein Bedienpersonal zu sehen. “Egal”, dachten wir uns, “wir haben ja noch 15 min Zeit.” Daher gingen wir in den neuen Bereich und deckten uns dort mit Cola, Popcorn und M&Ms ein. Danach gings in freudiger Erwartung zurück zum Berlinale Saal.

Dort angekommen zeigten wir unsere Karten und … statt eines “Viel Spaß!” bekamen wir ein “Popkorn ist hier verboten!” in recht harschem Ton zu hören. Zunächst hielt ich es für einen Scherz. Popcorn im Kino verboten? Schließlich wird es hier ja verkauft.
Ich fragte aber mal nach dem “Warum?”. Die Antwort: “Weil’s laut ist und stinkt!”, fauchte eine weibliche Kartenabreißerin. “Wir sind ein Filmfest und kein banales Popcorn-Kino!” Abgesehen davon, dass ohne dieses banale Popcorn-Kino die ganze Industrie nicht überleben würde, wurde mir der Spaß nun doch merklich verdorben.
Ich versuchte konstruktiv zu bleiben und fragte nach einem Hinweisschild. “Das weiß man doch!”, war die Antwort und: “Außerdem steht das doch in den AGBs des Programmheftes!” Das Maß an Überheblichkeit nahm nun vollkommen ungeahnte Dimensionen an! Ich mußte mich schon sehr beherrschen, nicht auf das selbe unveschämte Niveau abzugleiten. Am liebsten wäre mir die Tüte aus der Hand gefallen. Hoppla, da hätte dann jemand den Besen holen müssen. Es hätte mir bestimmt Leid getan.
Erstattung des Kaufpreises – Fehlanzeige. Der Vorschlag war, es bis nach dem Film aufzubewahren – tolle Idee – kaltes Popcorn nach dem Film! Genial! Warum bin ich nicht selbst drauf gekommen?
Continue reading

Auf Wiedersehen 2007, Willkommen 2008!

Heute ist mal wieder Silvester. Eine Woche nach Weihnachten ist das bisher eigentlich immer so gewesen. Das laufende Jahr geht zu Ende. Ein schönes Jahr, wie ich finde. Ich bin nach Berlin gezogen und habe das Leben und die Kultur in der Stadt wirklich genossen. Dabei waren Roger Cicero im Admiralspalast, die Zauberflöte in der Waldbühne, “Das Leben ist Ernst” und “Die Perser” im Deutschen Theater, Justin Timberlake (Danke Yvonne noch einmal für die Karten), die Potsdamer Schlössernacht, der Gerome Robbins Ballettabend in der Staatsoper und so weiter.
Dazu kamen noch meinen absoluten Highlights – “Die Leiden des jungen Werther” und “Heaven”, beides im Maxim Gorki Theater. Der Biberpelz auf selbiger Bühne war nicht so mein Ding. Weiterhin noch Kuttner in der Volksbühne, die Surfpoeten und viele kleine und alternative Veranstaltungen.
Continue reading

Die Leiden des jungen Werthers

Mittwoch war es so weit: Endlich stand das aktuelle Datum auf unseren Karten für das Maxim Gorki Theater. Von mehreren Seiten hatte ich schon von einer grandiosen Inszenierung des großen Werkes von Johann Wolfgang von Goethe in diesem Hause gehört. Zusammen mit Freunden und weiteren gespannten Theaterfreunden machten wir uns also auf, um mit großen Erwartungen (übrigens ein toller Film) das Schauspiel zu erleben.

Vorab gleich eine Bemerkung: Ich bin noch immer so überwältigt vom Erlebnis des Stückes, dass ich erst jetzt beginnen kann, darüber zu schreiben. Da ich meine Eindrücke aber noch immer verarbeite, kann dies nur ein erster Einblick werden, woher auch der Titel herrührt.

Nun befinde ich mich in einer Zwickmühle – möchte ich doch viele unerwartete und sogleich wunderbare Details würdigen, ohne dabei den Effekt beim erstmaligen Erlebnis zu Nichte zu machen, den Sie haben werden, falls Sie meiner nachdrücklichen Empfehlung folgen sollten, das Stück in exakt dieser Besetzung zu besuchen. Daher werde ich Manches nur andeuten und vielleicht in einem späteren Beitrag mehr verraten.

Ort des Geschehens war also das Maxim Gorki in Berlin. Werther, gespielt von Hans Löw verliebt sich unsagbar in Charlotte, ihrerseits verkörpert von Fritzi Haberlandt, welche jedoch mit Albert so gut wie verlobt ist. Dieser Albert, mit unvergleichlicher Präsenz und Plastizität gespielt von Ronald Kukulies, hat allerdings nicht vor von dieser abzulassen. Auf die Handlung an sich möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Wir saßen in der ersten Reihe, was angesichts der Tatsache, dass sich die Protagonisten nicht unerhebliche Anteile des Stückes zwischen Bühne und Reihe 1 (vor allem Werther) und in Reihe 3 (Albert) aufhielten, zu einem hautnahen Erlebnis wurde. Albert, zu welchem ich mich umdrehte da er zwei Reihen exakt hinter mir saß, forderte mich nach seinem ersten Monolog im selben nassforschen Tonfall auf, nun doch wieder nach vorn zu schauen, da er ja nun fertig sei, in welchem er seinen Part zuvor vorgetragen hatte. Dies tat er mit einer immens glaubhaften Spontanität, egal ob geplant oder nicht, welche für viele weitere situativ komischen Kommentare der Schauspieler exemplarisch sein sollte. Wir waren mitten drin. Als dann Werter mit der Souffleuse den Platz tauschte und in der ersten Reihe Platz nahm, um mit ihr gemeinsam aus dem Tagebuch der Ereignisse zu referieren, wurde das Erlebnis in den vorderen Rängen ein vollends unmittelbares. Für alle anderen Besucher bot sich eine andere, vielleicht nicht minder attraktive Perspektive. Durch einen zwischenzeitlich auf der Bühne montierten, leicht geneigten und überdimensionalen Spiegel konnten sie das Treiben in den ersten Reihen in allen Zügen verfolgen. Ein Grund für mich, noch einmal hingehen zu wollen, um auch diese Perspektive auf mich wirken zu lassen.

Selten habe ich eine Bühneninszenierung erleben dürfen, in welcher es den Protagonisten in derart einnehmender Weise gelungen ist, die Emotionen der Helden der Handlung so direkt in die Reihen der Zuschauer zu transportieren. Falsch – ich habe es noch nie erlebt. Von überschwänglicher Euphorie in einer Minute über aussichtslose Verzweiflung in einer anderen hin zu aggressiver Verzweiflung – all das konnte ich erleben. All dies gepaart mit überzeugend trockener Situationskomik nahm uns mit auf eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Meinen Freunden und mir war nicht wirklich klar wie uns geschah. Ich kann zumindest für mich sagen, dass ich regelrecht gebannt und verzaubert wurde, da ich mich ohne vorgehalte und im Grunde vollkommen unbewusst geöffnet hatte. Nach Ende des Stückes war ich emotional regelrecht erschöpft. Grandios!

Ich ziehe meinen Hut vor (ich muss grad um die Worte ringen) “¦ der Emotionalität und Glaubwürdigkeit, der Präsenz und Wandelbarkeit der Darsteller. Danke für eine wunderbare Erfahrung, an welcher ich noch lange zu zehren haben werde. BRAVO!

An dieser Stelle möchte ich meinen Bericht vorerst beenden, um ihn an einem anderen Tag fort zu führen. Zu viel geht mir gerade durch den Kopf.

Bis bald, ich verspreche es “¦

Ihr Björn Woltermann

Nachtrag: Letztlich habe ich doch keine Fortsetzung geschrieben, aber die Eindrücke konnte der Artikel hoffentlich dennoch transportieren.

Die schönsten Franzosen kamen …

Sie ist schon wieder seit 2 Wochen geschlossen, die grandiose Sonderausstellung in der Neuen Nationalgalerie. Das Metropolitan Museums of Art in New York stellte ca. 150 Exponate (Skulpturen und Gemälde) für letztendlich 111 Ausstellungstage als Leihgabe zur Verfügung. 680.000 Besucher kamen und staunten.

seerosenteichmonet

Ich persönlich war ca. zur Halbzeit dort und war vollkommen begeistert. Mit Monets “Seerosenteich” und “Blick auf das Parlament” waren neben anderen meiner Highlights auch meine absoluten Lieblingsbilder live und in Farbe zu betrachten. Ich habe allein bei ihnen bestimmt eine halbe Stunde verbracht. Wunderbar gelungen fand ich die Audioführung. Diese bot bei ausgewählten Exponaten nach der Erläuterung jeweils ein passendes Instrumentalstück als akustische Begleitung des visuellen Erlebnisses. Ein Konzept welches bei so gefühlvoller Umsetzung den Genuss in noch größeren Höhen klettern ließ. Claude Debussy”™s “Claire de Lune” habe ich gleich mehrfach genossen. Wunderbar!

parliamentmonet1

Ebenfalls sehr gelungen war das Ticket-System. Bei Ausstellungen mit hohen Besucherzahlen bleiben besonders an Stoßzeiten lange Wartezeiten nicht aus. Hier wurden die Tickets und der Einlas getrennt. Man kaufte sich das Ticket, kam in eine elektronische Warteschlange und konnte sich per SMS benachrichtigen lassen, wenn man hineingehen konnte. So war es möglich, zusammen mit einer groben Schätzung der Wartezeit, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Der Potsdamer Platz liegt ja nur 10 min Fußweg entfernt. Hoffentlich wird dieses Konzept auch in Zukunft Anwendung finden!

Ich kann jedem kunstinteressierten Leser, welcher nicht da gewesen ist, nur sagen, dass er ein echtes Highlight verpasst hat. Nun ist es vorbei und ich freue mich schon auf die nächste Sonderausstellung in den Räumlichkeiten der Neuen Nationalgalerie!

Zitat: Es gibt zwei Arten von Berlinern …

An den Zäunen rund um die Baustelle auf dem Pariser Platz sind zahlreiche Bilder und ein Zitat von Harald Martenstein zu sehen. Dieses sagt:

“Es gibt zwei Arten von Berlinern. Die einen sind in diese Stadt hineingeboren worden und halten das alles hier für selbstverständlich. Die anderen, zu denen ich zufällig gehöre, haben sich diese Stadt ausgesucht. Diese Leute, zu denen ich gehöre, sind glücklich. Sie können nicht verstehen, warum die geborenen Berliner manchmal schlecht gelaunt sind oder aggressiv. Gibt es etwas Besseres, als in der besten Stadt der Welt zu wohnen?”

Das Zitat “erschlägt” viele Beobachtungen, welche ich in den Monaten seit dem Beginn meines Wahlberlinerdaseins gemacht habe. Es gibt den Begriff der “Berliner Kodderschnauze”, einen sprachlich rauhen Umgangston, welchen man tagein tagaus überall antrifft. Soziokulturell soll dieser seine Wurzeln in dem Umstand finden, dass der Großraum Berlin seit Jahrhunderten ein Zuzugsgebiet ist. Eine umfassende Zusammenstellung dazu findet man auch auf Wikipedia.

Zurück zum Thema vom Anfang; ich wünsche allen in Berlin geborenen: Geht hinaus in die Welt, zieht in eine andere Stadt, sei es nun in Deutschland oder auch nicht! Ihr werdet die Stadt mit anderen Augen betrachten. Auch wenn es ein großer Vergleich ist, so hat dieses doch etwas von den Astronauten, welches die Erde das erste mal aus dem All sahen und damit ein neues, wunderbares Bild voller Wertschätzung für unsere Heimat schufen.

Ich für meinen Teil habe Berlin in mein Herz geschlossen und finde es einfach nur schade, dass ich nicht mehr die Gelegenheit habe, Harald Juhnke sein “Berlin, Berlin” singen hören zu können.

Zu Harald Martenstein:
Harald Martenstein ist Journalist und Autor. Er arbeitet unter anderem für den Tagesspiegel und unterhält eine Kolumne in der Zeit.

Die Perser

Gestern Abend haben eine Freundin und ich uns “Die Perser” im Deutschen Theater Berlin angesehen.

Gleich vorab – die Inszenierung von Heiner Müller hat mich vollkommen begeistert. Er hat die 2000 jahre alte, antike Tragödie nach Aischylos so wunderbar frisch und zugleich fordernd in ca. 90 Minuten gefaßt, dass ich sie jedem Freund der Bühnenkunst nur wärmstens ans Herz legen kann.
Das Bühnenbild in seiner minimalistischen aber zugleich ausdrucksstarken Weise (ein drehbarer Wandkörper) wurde besonders in der Anfangsszene, dem fast pantomimisch dargestellten Machtkampf der Protagonisten, wunderbar eingebunden!

Ohne Vorkenntnisse der Geschichte rund um die Geschehnisse während der Seeschlacht bei Salamis zwischen den Persern und Griechen, welche Gegenstand der Handlung sind, ist das Stück allerdings eine nur schwer zu verdauende Delikatesse! Daher rate ich jedem, sich vor dem Besuch noch einmal mit der Handlung vertraut zu machen. Danach lassen sich das Stück und vor allem die vielen kleinen Details viel besser wahrnehmen. Ein Rat, welcher im Übrigen meiner Meinung nach für jedes Theaterstück gilt.

Die schauspieleriste Leistung war ihrerseits schlicht beeindruckend!

Das Stück wird noch bis November 2007 laufen. Es lohnt sich wirklich!

Weitere Informationen zum Stück gibt es auf der Seite des Theaters.

Potsdamer Schlössernacht 2007

Am 18.August 2007 fand auch dieses Jahr wieder die Potsdamer Schlössernacht statt. Es war mein erstes Mal und ich hatte das Glück, dass Freunde die eigentlich sofort vergriffenen Karten so zu sagen prophetisch auf Halde gekauft hatten. So war auch mir vergönnt an dieser wunderbaren Veranstaltung teilnehmen zu können.

Wir hatten Glück, denn Petrus war uns wohl gesonnen und verschonte uns mit Regen. Dass es rechtzeitig dunkel wurde, um die Illuminationen in voller Pracht erstrahlen zu lassen, so munkelte man, lag nicht am Wetter, sondern an der Drehung dieser angeblich kugelrunden Erde.

Das “Neue Parlais”

Wer den Schlosspark Sancoussi nicht kennt, dem kann ich, neben dem Hinweis, ihn unbedingt einmal zu besuchen, nur sagen, dass es eine der beeindruckendsten barocken Gartenanlagen ist, die es gibt. Diese war zur Schlössernacht über und über mit Licht- und Klanginstallationen gespickt. Hier ein Bläserquartett, dort ein “sprechender Baum”, welcher von seiner Namengeschichte zu berichten wusste und an anderer Stelle las eine Dame aus Werken der Zeit der Erbauer des Parks. Mein persönliches Highlight waren von zwei Tenören vorgetragene Arien von Puccini und anderen Meistern. Dabei kam das Auge nicht zu kurz, denn während der eine Protagonist unter einer Laterne am Rand eines kleinen Sees stand, saß der zweite in einem kleinen Boot welches auf selbigem See umher kreuzte. Wunderbar!
Einen krönenden Abschluss fand die Veranstaltung letztlich in einem klassischen Barock-Feuerwerk mit musikalischer Untermalung.

Continue reading