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Präsentationen: Schein oder Sein?

PowerPoint – vielleicht DAS Werkzeug, welches die (Büro-) Arbeitswelt verändert hat, wie kaum ein anderes Stück Software. Sicherlich ist die Email ein größerer Schritt in der Kommunikationsentwicklung gewesen, den man kontrovers diskutieren kann. Es ist schließlich immernoch eine Kunst zu entscheiden, wann eine Email, ein Telefonat oder ein persönliches Gespräch das Mittel der Wahl für eine Kommunikation ist.

Jetzt möchte ich aber ein paar Gedanken zum Thema Präsentationen und PowerPoint zur Diskussion stellen.
Vor allen in Unternehmen in denen großer Wert auf das Corporate Design (CD) gelegt wird, spielt sie eine große Rolle:

“Wieviel Energie fließt bei der Erstellung einer Präsentation in Form, Farbe, Schrift und Layout und wie viel in den Inhalt?”

Eines vorab: Die Form und Art der Darstellung ist für den Inhalt und die Botschaft einer Präsentation von essentieller Bedeutung!

Mir geht es darum, dass Folienmaster mit hundert oder mehr Seiten dem Corporate Design dienen können, nicht aber zwingend dem Inhalt und dessen Aussagekraft helfen. Einige von ihnen legen für jede Kombination von Boxen, Listen, Grafiken und anderen Content ein Layout fest und zwingen so auch die Gedanken in die schon bestehenden und bekannten Muster. Wenn ein Zusammenhang schon eine Darstellungsform im CD-konformen hat, kann er wohl kaum sehr innovativ und kreativ sein.

Auf der anderen Seite kann es sehr hilfreich sein, wenn man Diagrammtypen und Standarddarstellungen CD-konform zur Hand hat.

Der wohl beste und gleichzeitig bekannteste Präsentator unserer Zeit ist wohl Steve Jobs, seines Zeichens CEO von Apple. Allerdings gibt es nur einen Steve Jobs und nur wenige Menschen, die ähnlich gut präsentieren können. Bedeutet dies aber auch gleichzeitig, dass man nicht auch als durchschnittlicher “Folienbauer” klare und saubere Darstellungen wählen kann und sollte?

Was sind eigentlich Präsentationen: Sie sind in erster Linie dazu da, Inhalte eines Vortragenden in einer klaren Reihenfolge darzustellen.

Weniger ist mehr und das gilt vor allem für Darstellungen komplexer Inhalte für ein Auditorium, welches im Zweifel keine Vorkenntnisse zum Thema hat. Ein Wort allein in schwarzer Schrift auf weißem Grund sagt lenkt die Aufmerksamkeit deutlich besser auf den Kern der Aussage als ein verschnörkelter Satz umrahmt von Impressum im Footer, Firmenname und Logo im Header und vielleicht noch Seitenzahl, Kapitel und so weiter.

Haben Sie schon einmal nach 5 Minuten, in denen Ihnen ein Mercedes Mitarbeiter z.B. die Jahreszahlen vorstellt, vergessen dass es um Mercedes geht, nur weil die Bulletpoints keine Mercedes-Stern-Logos sind?

Ein Vortrag ist ein multimediales Ereignis. Ein Begriff, der fast schon etwas angestaubt klingt. Aber genau das ist eine Präsentation – ein Zusammenspiel der Folien, der Stimme und Gesten des Vortragenden, eventuell der Anmoderation des Gastgebers, der Musik, des Lichtes im Raum, des Tons, der Videos und vielleicht auch der Fragen der Zuhörenden. All dies zusammen ergibt das Gesamtgebilde “Präsentation”.

Aus diesem Grunde muss auch nicht jede einzelne Folie alle Aufgaben auf einmal übernehmen. Auch muss sie nicht dem jetzt gerade erst zufällig und ohne Einladung den Saal betretenden Zuschauer zeigen, wer gerade über welches Thema spricht, welchen Lebenslauf er hat und was ihn dazu befähigt hier auf der Bühne zu stehen.

Anders ist dies bei Dokumentationen. Diese müssen eine Vielzahl von Details aufweisen, die eine Präsentation nicht braucht. Dazu gehören Quellen, Rohdaten, komplexe Zusammenhänge, Glossare, evtl. Anwesende eines Workshops und so weiter.
Für eine Dokumentation benutzt man aber bitte keine Präsentation sondern ein (Word-)Dokument. Dort ist dann Platz für alle diese Dinge und es muss auch nicht vor hundert oder tausend Zuschauern im Querformat in 15 Minuten funktionieren.

Schlussendlich bringt mich dies zu der Ansicht, dass ein Folienmaster ein CD-gerechtes Deckblatt und Abbinder haben sollte, die Schriftart vorgeben sollte, welche möglichst auf handelsüblichen Rechnern vorhanden sein sollte, und dazu vielleicht noch ein paar Farben regelt. Wenn mir die Vorlage jetzt noch ein paar Standarddiagramme liefert, die sich einfach mit Daten füllen lassen und einige Bilder für Zwischenseiten vorhanden sind, dann ist alles schick!

Warum dies alles? Dann nämlich kann sich derjenige, der eine Präsentation bauen möchte, vor allem um den Inhalt kümmern und muss nicht einen signifikanten Teil seiner Zeit mit dem Layouten verbringen. Und wer weiß, vielleicht schärft er in dieser Zeit sogar noch weiter die Aussage, kommt auf weitere Ideen und schafft so einen echten Mehrwert für sich und seine Zuhörer.

Ruht in Frieden ihr xxxxxVZ dieser Welt

Tja, schade, es hätte mal eine schöne Erfolgsgeschichte aus Europa für das Internet werden können. Dass wirkliche Neuerungen und Trends in der Internetwelt aus Europa oder gar Deutschland kommen, daran mag man ja schon fast gar nicht mehr zu glauben. Vielmehr haben wir uns darauf beschränkt funktionierende Modelle aus den USA zu kopieren und dann hier sprachlich anzupassen. Das war”™s – mehr Kreativität und Mut sind nicht drin. In guten Fällen kann man das Geschäft dann noch rechtzeitig an den Großen aus den USA verkaufen, wenn dieser den Sprung über den großen Teich wagen möchte. So geschehen bei Alando und Ebay vor (vielen) Jahren.

Gut, wir Deutsche haben MP3 erfunden, ein Business und damit wirtschaftlichen Erfolg haben wieder einmal unsere transatlantischen Freunde gemacht, in diesem Falle Apple! Richtig so, wir haben es auch nicht anders verdient.

Nun zu den xxxxxVZ dieser Welt: Die Gründer haben rechtzeitig erkannt, dass es dort ein schönes zu kopierendes Modell in den USA gibt und haben damit Soziale Netzwerke in Deutschland gesellschaftsfähig gemacht. Sogar den Absprung haben sie zur rechten Zeit geschafft, allerdings hat diesmal nicht das Original (Facebook) gekauft, sondern Holzbrinck, eine klassische deutsche Verlagsgruppe. Eigentlich eine gute Sache; das Startup hatte die Größe, Reichweite und Relevanz um einen relevanten Hebel für die bestehenden Offline-Inhalte das Tor ins Online-Zeitalter zu werden.

Aber nein, weit gefehlt. studiVZ und co. haben meiner Meinung nach so ziemlich alles falsch gemacht, was man hätte verbocken können. Sie sind nicht offen für externe Applicationen, haben keine Verbindungen zu anderen ihrerseits offenen internationalen Netzwerken, lassen keine Datenportabilität zu und wirklich neue Features gibt es auch nicht. Man hat sich einen schönen “walled garden” gebaut. Dieses Modell hat schon bei der DDR nicht funktioniert, denn wenn alle raus wollen, werden sie auch früher oder später einen Weg finden. Ich habe meinen Account übrigens letzte Woche gelöscht.

In meinem Artikel “How many Social Networks do you need?” habe ich schon den Usecase “Auslandsstudium und Schüleraustausch” beschrieben. Open Social war ewig angekündigt, ist bis heute nicht wirklich umgesetzt, von 3rd party Log-ins ganz zu schweigen. Auf diese Weise gehen alle Möglichkeiten, die schier unerschöpfliche Kreativität “da draußen” zu nutzen verloren. Apple machte es mit dem AppStore und Facebook mit Facebook Apps vor. Hierzulande hat man sich dann aber doch nicht getraut diesen Trend dann auch konsequent zu kopieren.

Facebook hat nun die kritische Masse durch Netzwerkeffekte zu wachsen selber erreicht und braucht keine Akquisitionen mehr. Was nun also anfangen mit den VZ dieser Welt? MeinVZ sieht sich mit WerkenntWen.de und StudiVZ mit Facebook konfrontiert. Einzig SchuelerVZ hat noch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Noch!

An dieser Stelle ist es nun essentiell, dass man bei dem Versuch sich gegen diese Player zu behaupten, nicht eine “one size fits all” Lösung über alle VZ versucht, sollten die technischen Synergien noch so groß sein. Schüler, Studenten und Hausfrauen nutzen diese Plattformen nun einmal vollkommen unterschiedlich. Was der einen Gruppe hilft kann der anderen total im Weg stehen.

Sollte ich einen Optionsschein auf die VZ kaufen müssen, so würde ich einen schönen Put mit 1 Jahr Laufzeit wählen. Ich würde wetten, dass sie Stimmung dort nächsten Sommer eher winterlich sein wird.

Open Internet Economies – The next big thing? (part one)

Amazon did it. Silently but consequently they have opened their doors. Anybody, any retailer and even producer can offer products on Amazon. Even the same that Amazon is selling. They understood that opening their model towards former competitors is the best thing to do. Taking classic chioce theory into account, consumers have lots of tools at hand to search the web for the best price. Back in the days an Internetchop had the chance to offer the best price or see the user go to another website and buy there. The trend towards price search engines enabled the customers to get real transparency in this matter.

The Amazon approach to the “sell or let the user go” problem is ingeneous and far reaching. They let everybody sell on their marketplace. “If I (Amazon) can’t make the best price, then at least partissipate in the deal of the successful seller!” Great! You got a tripple win solution. The User now has a single point of contact for shopping with secure payment and great search possibilities. The seller has the chance to benefit from Amazons great traffic and Amazon is building the most attractive market place out there with the best range of products making even the price comparisson services obsolete – and Ebay!

As an economist I believe that the internet economy is facing a new period, the “opening phase” that national economies faced in the 18th and 19th century. The theory of comparative advantages by David Ricardo states, that two or more economies (here networks or service providers) can raise their over all benefit from openness and trade due to the fact, that they have difference in factor costs (here use cases, users and technology).

Following this theory, the open networks will be able to integrate with others in order to raise their users benefit. Let”™s think of a connection of Facebook for the social graph, YouTube for Videos, Google for Search, a GMail integration and openID for authentication. Add an Amazon Shop that uses my activities for its suggestions, that would be great! All together would be better than each of them alone.

I bet, the Internet”™s Economic future can be predicted by closely looking at real world”™s economic history.

… to be continued

How many social networks do you need?

“Hey, communities are en vogue! Let”™s build one!”

I have heard this sentence over and over again in the last months. Sorry guys, it”™s too late. There is no use in a third student network or a 12th yellow pages website. In the good old times, when we still used phonebooks, yes, these things with paper, have you ever thought about putting your number and address to a second or third one? Even in most niche markets, there are already established special interest communities.

Today”™s Internet in most cases is a “winner takes all” competition environment, especially in areas, where shire size matters or creating a standard. The struggle between HD-DVD and Blueray as the successor of the DVD is a perfect example for that! No one wants an email address that only works with Outlook or Notes. Sooner or later one will die!
StudiVZ, the German Facebook clone, was a clever StartUp. It filled a gap, since facebook was not available in German language and had no German university catalogue. Those guys did a good job and timed their exit perfectly.

Today Facebook is international (also German) and open for applications, what StudiVZ is not. I believe that StudiVZ is facing a “killer use case”. One that origins from a special species of users: The evil “exchange students”. Those people travel across borders and study in foreign countries. For example a Korean student comes to Germany and wants to keep in touch with his new friends or the German guy, who goes to California and so on. Regional and isolated networks simply don”™t work for them.
I believe that sooner or later this effect will drain the active and international users off national networks.

As an effect of natural laziness, users look for a single point of contact for a use case. The “keep contact with friends” case is on Facebook, the one for business contacts is on LinkedIn. Period!

There really is no need for a third, fourth or fifth community. Let”™s see who will be winner who takes it all! Wanna bet? :-)

Amazon, Google and the Weather

A few days ago, while building and tuning a board presentation, I was searching for a metaphor. One that describes the options players have on a market, especially in fast changing ones. Mainstream market trends can be seen as weather – it is just there. You cannot change it!

If it is freezing cold outside you just have the option to adapt and wear your warm parka or to freeze and maybe die. If a hurricane approaches you just can close the windows and nail them because otherwise there won’t be anything left of the windows. It just does not matter if you like wooden boards in front of your house.

So I found my metaphor: “Google and Amazon are like weather”! They are just out there, they affect anybody in the Internet business and that won’t change for a while. So either you find a strategy that is successful in a world with Google and Amazon or you will just fail! Period!

Company and product strategy in the long term has some commonalities with poker as well. You can’t change the cards you are dealt. You just can decide how you play them. Do you raise (invest), check (wait for the right moment or hint) or fold (exit). The latter is very often no matter of discussion because of many most personal reasons. In fact knowing when to fold and really doing that is possibly the most important competence of a poker player (manager).

Back to the weather. Many people do not like Google or even fear it. That is completely natural. I like sun much more than rain, too. But if i were a farmer I would chose an area with rain rather than without or if my soil is too dry, I would build an irrigation system. In that case I am dependent on the one supplying the water.

Most decisions are about the better or less harmful choice. It is not a wishing game. So either you find a good niche in the Amazon and Google world or exit. Face it and put away any animosities, unless you are a real rainmaker! :-)

Bye, Björn

Crossmedia: Lokalzeitungen im Netz

Dieser interessante Vortrag von Urs Gossweiler von der Jungfrau Zeitung in der schönen Schweiz zeigt, wie sich eine lokale Tageszeitung neu erfunden hat, um sich für die Herausforderungen des Internetzeitalters zu wappnen. Das vermeintlich verstaubte Business hat sich damit seine Zukunft gesichert, statt sich, wie die meisten Blätter, gegen die Online-Bewegung zu wehren.

Es gibt einfach Entwicklungen, die man nicht aufhalten kann. Statt dieses letztendlich vergebens zu versuchen, sollte man lieber den Wandel gestalten, statt sich gegen ihn zu stemmen. Nichts ist konstanter als der Wandel! Diese kleine Zeitung machte es vor, und das bereits vor 10 Jahren! Davon sollten sich viele Verlage eine Scheibe abschneiden!

Viel Spaß beim nicht nur interessanten sondern auch humorvollen Vortrag von
Urs Gossweiler.

Keep what’s hot! Drop what’s not!

Vor ein paar Wochen war es einmal wieder so weit – ein Projekt kam aufgrund höherer Gewalt in einen Ressourcen-Engpass. In diesen Fällen hilft nichts besser, als jeden einzelnen Bestandteil auf Herz und Nieren und vor allem auf seine Notwendigkeit hin zu überprüfen. Einfach mehr Ressourcen auf ein Projekt zu setzen, sollte nicht das Mittel der ersten Wahl sein, selbst wenn diese zur Verfügung stehen.

Langzeitprojekte neigen allzu gern zu einer gewissen “Beleibtheit”. Sie werden immer umfangreicher. Da hat der Eine noch diese Idee, ein Anderer wollte schon immer sein Lieblingsfeature haben und ganz Andere denken, dass der Kunde diese Funktion auf jeden Fall braucht.

Ganz SCHLECHT!

Schlank ist sexy! Ich meine nicht dürr, ich meine wohl geformt und auf das essentiellste konzentriert. Man sollte sich ein Projekt immer als Rennwagen vorstellen. Alles, was ihm hilft, schneller, standfester und zuverlässiger zu werden, ist gut. Alles andere nicht!

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Von kleinen und wachsenden Fischen

Sie sind nun schon eine ganze Weile her – die frühen Neunziger Jahre. Es begab sich zu der Zeit, dass sich ein paar junge, dynamische und kreative Köpfe aufmachten Firmen zu gründen. Firmen mit Produkten und Ideen, von denen noch nie ein Mensch zuvor gehört hatte. Das alles nannte man dann ebenso jung und frisch “New Economy“, gab ihr einen eigenen Aktienmarkt (Neuer Markt) und schon konnte das goldene Zeitalter der Internet-Start-ups beginnen.

Leider hatten viele dieser Firmen kein fundiertes Business Modell. Gleichzeitig waren Investoren von einer nie da gewesenen Euphorie beseelt und so bildete sich eine der bekanntesten Blasen der Geschichte. Besonders weil sich zu eben dieser Zeit viele private Kleinaktionäre am scheinbar unbegrenzt wachsenden Aktienmarkt versuchten, war der Aufschrei beim Crash im Jahr 2000 besonders groß und vor allem breit. Unglaubliche Summen an Ersparnissen und Privatvermögen wurden über Nacht vernichtet. Im Zuge der geplatzten Balse wurde der Neue Markt samt Index sofort wieder beerdigt. Das Handelsblatt veröffentlichte sogar eine Todesanzeige zu Ehren des NEMAX.
Nur eine Hand voll Start-ups überlebte diese Marktbereinigung. Entweder hatten sie bereits ein funktionierendes Geschäftsmodell, überlegten sich schnell eines oder hatten genügend Kapital in der Hinterhand, um die Krise zu überleben. Um diese Überlebenden geht es hier.

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