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Varekai im Cirque du Soleil

Gestern war es so weit, mein erstes Mal. Es gibt viele erste Male, aber selten eines von solch geballter Schönheit und Emotionalität, dass es mir eine Gänsehaut verlieh und die Schauer nur so über den Rücken laufen ließ. Ich war mein erstes Mal im Cirque du Soleil.

All das verdanke ich einer Freundin, die mich fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihr die Vorstellung zu besuchen. Da ihre Vorschläge bisher immer toll waren, willigte ich ein, ohne zu wissen, worum es sich genau handelte. Ein Circus, nun ja, aber Kathi hat Geschmack, daher machte ich mir keine Sorgen. Es sei recht teuer, warnte sie mich, aber wenn es ihr das wert sein sollte, dann auch mir. Sie buchte die Karten und so fuhren wir am letzten Donnerstag an den Ostbahnhof, um in den Cirque du Soleil zu gehen und Varekai zu sehen.

Von außen war es lediglich ein großes Circuszelt, in dessen Vorzelt die Hotdogs schon ausverkauft und das Popcorn zu teuer und pappig war. Aber egal, wir waren ja nicht zum Essen da. Als wir dann freundlich in das Grand Chapiteau gebeten wurden, bekam ich beim Anblick des Bühnenbildes einen ersten Eindruck dessen, was uns erwarten würde.

Doch weit gefehlt! Nachdem ein liebevoll kauziger Typ, sozusagen der Narr, Erzähler und zugleich Bindeglied der Geschichte uns begrüßte, fiel in der ersten Nummer ein Engel vom Himmel. Ohne Sicherung bewegte er sich wie schwerelos in einem weißen Netz. Während der nächsten 5-10 Minuten (ich kann nicht sagen, wie lang es tatsächlich war) bot sich uns ein Überfluss an wundervollen Eindrücken, wie ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte. Traumhaft phantasievolle Details, eine grandiose Inszenierung, mehr als perfekte Körperbeherrschung begleitet von wunderbaren Klängen und Livegesang. Was soll ich sagen – mir kam lediglich die Frage, warum ich nicht schon eher in den Cirque du Soleil gegangen war und was ich eigentlich bisher verpasst habe. Man könnte meinen, ich hatte einen audiovisuellen Orgasmus – ganz im Ernst!
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Die Berlinale 2008: (K)ein Genuss

“Ich habe Tickets für einen vielversprechenden Berline-Film besorgt”, klang es durchs Telefon. “Super!”, dachte ich mir. Wenn ich schon in Berlin wohne, sollte man das auch mal erlebt haben.

Wir fuhren also zum Kino in Prenzlauer Berg, welches den Film zeigen wollte. Ein altes Haus aus der DDR Zeit, an welches ein neues Multiplex Kino angebaut wurde. Also ein alter Saal plus X neue. Wir nahmen den alten Eingang, welcher auch die Berlinale Insigniern trug. Die alte Kasse war offen aber irgendwie verwaist. 4-5 Junge Menschen (auf Studenten kunstverwandter Fächer würde ich tippen) tummelten sich um den Zugang zum Saal und einige Gäste unterheilten sich in der Vorhalle.
Links um die Ecke erspähten wir den Catering Stand. Getränke und Knabberkram gehören ja zu jedem guten Kinobesuch dazu. Doch auch hier leider kein Bedienpersonal zu sehen. “Egal”, dachten wir uns, “wir haben ja noch 15 min Zeit.” Daher gingen wir in den neuen Bereich und deckten uns dort mit Cola, Popcorn und M&Ms ein. Danach gings in freudiger Erwartung zurück zum Berlinale Saal.

Dort angekommen zeigten wir unsere Karten und … statt eines “Viel Spaß!” bekamen wir ein “Popkorn ist hier verboten!” in recht harschem Ton zu hören. Zunächst hielt ich es für einen Scherz. Popcorn im Kino verboten? Schließlich wird es hier ja verkauft.
Ich fragte aber mal nach dem “Warum?”. Die Antwort: “Weil’s laut ist und stinkt!”, fauchte eine weibliche Kartenabreißerin. “Wir sind ein Filmfest und kein banales Popcorn-Kino!” Abgesehen davon, dass ohne dieses banale Popcorn-Kino die ganze Industrie nicht überleben würde, wurde mir der Spaß nun doch merklich verdorben.
Ich versuchte konstruktiv zu bleiben und fragte nach einem Hinweisschild. “Das weiß man doch!”, war die Antwort und: “Außerdem steht das doch in den AGBs des Programmheftes!” Das Maß an Überheblichkeit nahm nun vollkommen ungeahnte Dimensionen an! Ich mußte mich schon sehr beherrschen, nicht auf das selbe unveschämte Niveau abzugleiten. Am liebsten wäre mir die Tüte aus der Hand gefallen. Hoppla, da hätte dann jemand den Besen holen müssen. Es hätte mir bestimmt Leid getan.
Erstattung des Kaufpreises – Fehlanzeige. Der Vorschlag war, es bis nach dem Film aufzubewahren – tolle Idee – kaltes Popcorn nach dem Film! Genial! Warum bin ich nicht selbst drauf gekommen?
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Cassandra und die Academy…

Am 19. Januar bin ich in der Deutschen Oper gewesen. Wir haben uns Cassandra / Elektra angesehen. Wow, was für eine grandiose Inszenierung und herausragende künstlerische Leistung. Vielleicht schreibe ich dazu noch etwas. Auf jeden Fall ein fulminanter Start ins Kultur-Jahr 2008!

Ein paar Tage später dann hatte ich das Glück, ins Konzerthaus entführt zu werden. Die Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Julian Rachlin spielte Werke von Villa-Lobos, Mozart und Piazzola. Auch wenn die Meinungen über die Academy auseinandergehen und sie manchen Klassik Fans zu modern ist, war es für mich mit das Beste, was ich je hören durfte! Wunderbar lebendig und frisch, doch zugleich ausgewogen und “hörbar”. Ich war hin und weg und bin es irgendwie immernoch.

Leider gibt es dieses Arrangement nicht auf CD oder DVD. Sollte es jemand finden, so würd ich mich sehr über einen Hinweis finden. Vielleicht ist es aber auch gut so, denn Aufzeichnungen sind nicht dasselbe! :-)

Auf Wiedersehen 2007, Willkommen 2008!

Heute ist mal wieder Silvester. Eine Woche nach Weihnachten ist das bisher eigentlich immer so gewesen. Das laufende Jahr geht zu Ende. Ein schönes Jahr, wie ich finde. Ich bin nach Berlin gezogen und habe das Leben und die Kultur in der Stadt wirklich genossen. Dabei waren Roger Cicero im Admiralspalast, die Zauberflöte in der Waldbühne, “Das Leben ist Ernst” und “Die Perser” im Deutschen Theater, Justin Timberlake (Danke Yvonne noch einmal für die Karten), die Potsdamer Schlössernacht, der Gerome Robbins Ballettabend in der Staatsoper und so weiter.
Dazu kamen noch meinen absoluten Highlights – “Die Leiden des jungen Werther” und “Heaven”, beides im Maxim Gorki Theater. Der Biberpelz auf selbiger Bühne war nicht so mein Ding. Weiterhin noch Kuttner in der Volksbühne, die Surfpoeten und viele kleine und alternative Veranstaltungen.
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Potsdamer Schlössernacht 2007

Am 18.August 2007 fand auch dieses Jahr wieder die Potsdamer Schlössernacht statt. Es war mein erstes Mal und ich hatte das Glück, dass Freunde die eigentlich sofort vergriffenen Karten so zu sagen prophetisch auf Halde gekauft hatten. So war auch mir vergönnt an dieser wunderbaren Veranstaltung teilnehmen zu können.

Wir hatten Glück, denn Petrus war uns wohl gesonnen und verschonte uns mit Regen. Dass es rechtzeitig dunkel wurde, um die Illuminationen in voller Pracht erstrahlen zu lassen, so munkelte man, lag nicht am Wetter, sondern an der Drehung dieser angeblich kugelrunden Erde.

Das “Neue Parlais”

Wer den Schlosspark Sancoussi nicht kennt, dem kann ich, neben dem Hinweis, ihn unbedingt einmal zu besuchen, nur sagen, dass es eine der beeindruckendsten barocken Gartenanlagen ist, die es gibt. Diese war zur Schlössernacht über und über mit Licht- und Klanginstallationen gespickt. Hier ein Bläserquartett, dort ein “sprechender Baum”, welcher von seiner Namengeschichte zu berichten wusste und an anderer Stelle las eine Dame aus Werken der Zeit der Erbauer des Parks. Mein persönliches Highlight waren von zwei Tenören vorgetragene Arien von Puccini und anderen Meistern. Dabei kam das Auge nicht zu kurz, denn während der eine Protagonist unter einer Laterne am Rand eines kleinen Sees stand, saß der zweite in einem kleinen Boot welches auf selbigem See umher kreuzte. Wunderbar!
Einen krönenden Abschluss fand die Veranstaltung letztlich in einem klassischen Barock-Feuerwerk mit musikalischer Untermalung.

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