Warum Schuhe und Handtaschen?

Jeder Mann, der schon einmal eine Freundin und/oder Frau hatte, kam bestimmt schon einmal an den Punkt an dem er sich fragte, warum Frauen eigentlich immer Schuhe oder Handtaschen shoppen gehen wollen? Früher konnte Mann eine Frau mit einer Einladung zu einem romantischen Dinner zu zweit ziemlich sicher zu einem Date bewegen, heute ist der Vorschlag am Samstag in der City Schuhe shoppen zu gehen der ultimative Verführungsköder für einen gemeinsamen Tag. Trotz aller Ironie ist sicher ein Funken Wahrheit darin.

Warum sind es aber die Schuhe und Handtaschen, die im Zentrum des weiblichen Beutefokus stehen? Über die Jahre habe ich mir dazu einige Gedanken gemacht, denn während der Einkaufsausflüge der vergangenen Jahre bot sich die eine oder andere Wartezeit zum Sinnieren an. Warum sind es nicht T-Shirts oder Röcke, Hosen oder Kleider? Was haben Schuhe und Taschen gemeinsam, was sie von anderen Kleidungs-Bestandteilen unterscheidet?

Ich habe dazu eine simple, und daher sehr treffende These: Sie haben keine vom Gewicht, der Figur oder Fitness abhängige Größe!

Ich weiß, dass ich damit nun den Zorn einiger Leserinnen auf mich gezogen habe, aber lassen wir den Gedanken doch etwas gedeihen. Viele Frauen haben eine Konfektionsgröße in Ihrem Kopf. Die ist es und keine andere, höchstens eine kleinere (super). Trägt eine Frau beispielsweise die Größe 38 und ein wunderschönes Kleid in 38 ist schlicht zu eng, so könnte man dasselbe ja auch in 40 probieren, es würde wahrscheinlich gut passen. Dabei muss es gar nicht an der Kundin liegen, dass das gute Stück in 38 zu klein ist. Der Designer kann sich im Schnitt geirrt haben oder aber das Kleid war für den italienischen Markt bestimmt. Kein Mensch würde das Größenschild sehen, sie könnte es im Zweifel ja gleich entfernen, aber dennoch wäre es in ihrem Kopf eine 40. “Dabei bin ich doch eine 38!” Diese Formulierung verdeutlicht, dass sich Frauen mit Ihrer Konfektion identifizieren und ich habe das Gefühl, dass sich dieser Trend eher verschärft.

Daher also Schuhe: Sie haben eine Größe, die an sich nicht variiert. Der Kunde ist es aber gewöhnt, dass die Schuhe vom Hersteller oder Modell abhängig stark in der Größe variieren können(das gilt auch für Männer). Das ist einfach so, und wenn doch mal eine Nummer größer her muss, so liegt das mit Sicherheit nicht daran, dass man nach dem Wochenendtrip nach Brüssel fünf Pfund zu gelegt hat, weil die Pralinen und Waffeln einfach zu lecker schmeckten.

Gleiches gilt für das zweite Objekt der Begierde – die Handtasche: Die ist praktisch, hat keine Größe (zumindest keine von der Trägerin abhängige) und sieht je nach Geschmack einfach gut aus.

Unterbewusst haben sich Frauen für ihre Streifzüge die Beute ausgesucht, welche Ihnen unbequeme Erinnerungen an Figurproblemchen ersparen, auch in 5 Jahren nach der Schwangerschaft noch passen, und die tatsächlich noch getragen werden könnten, wenn sie noch einmal in Mode kommen sollten. Es ist also eine kluge Entscheidung mit Vorzügen beim Probieren und Kaufen sowie während des Tragens – echter Weitblick für eine Anschaffung mit geringer Abschreibungsrate. Bei Taschen kommt noch hinzu, dass diese, vielleicht abgesehen von der Farbe, relativ saisonunabhängig einzusetzen sein.

Gratulation liebe Damen! Sie treffen eine gute Wahl – egal ob bewusst oder instinktiv.

Und nebenbei finden wir Herren Sie Damen in wirklich schönen Schuhen auch gleich noch einmal so hinreißend!
Vielen Dank dafür!

Ihr Björn Woltermann

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